bmg-logo-171x85Berlin/Köln Für die meisten Männer ist die eigene Gesundheit im Alltag kaum ein Thema, solange sie sich gesund fühlen und keine Beschwerden verspüren. Welche Herausforderungen ergeben sich aber, wenn Mann in den „besten Jahren“ krank wird? Wie kann ein gesunder Lebensstil von Männern gefördert werden und welche Informationen werden benötigt? Sind Gesundheits-Apps zukünftig der geeignete Zugangsweg zu Männern? 

Diesen Fragen ging der zweite Männergesundheitskongress nach, der vergangenen Freitag in Berlin stattfand. Unter dem Motto „Man(n) informiert sich“ luden das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Expertinnen und Experten aus den Bereichen Männergesundheit und Gesundheitsförderung ein.

Anlässlich der heutigen Kongresseröffnung erklärte Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit: „Studien zeigen: Männer konsumieren häufiger Alkohol und Drogen, haben ein höheres Unfallrisiko und nutzen seltener Präventionsangebote. Auch auf diese geschlechterspezifischen Herausforderungen wollen wir mit dem geplanten Präventionsgesetz eine Antwort geben. Der Männergesundheitskongress liefert wichtige Impulse dafür, wie wir mit Informations- und Präventionsangeboten einen gesunden Lebensstil fördern können.

Unter den Kongressteilnehmern ist Sven Hannawald, mehrfacher Weltcup-Sieger im Skispringen. Im Gespräch auf dem 2. Männergesundheitskongress berichtet er aus seinem Leben als Hochleistungssportler, der einen physischen und psychischen Erschöpfungszustand durchlitt und den Weg in ein gesundes Leben zurückfand.

Mit dem Internetangebot www.maennergesundheitsportal.de bietet die BZgAqualitätsgesicherte und neutrale Gesundheitsinformationen für Männer. „Genau hier liegt der Bedarf“, betonte Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Es ist wichtig, männerspezifische Gesundheitsbotschaften in den Mittelpunkt zu rücken. Wir müssen Angebote schaffen, die Männer alltagsnah ansprechen und die dazu beitragen, das Gesundheitswissen von Männern zu verbessern. Hier nimmt das Internet eine wichtige Funktion ein, da über 80 Prozent der Männer im Internet surfen.“

Studien zur Männergesundheit zeigen, dass Männer sich vielfach nicht ausreichend um ihre Gesundheit kümmern. Sie gehen seltener zum Arzt als Frauen. Auch führen sie ein teilweise risikoreicheres Leben, trinken mehr Alkohol, ernähren sich ungesünder und nehmen selten an gesundheitsfördernden Angeboten teil. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung geht davon aus, dass die Mehrheit der Männer ab Mitte 30 Übergewicht hat. Als Folge dieses Lebensstils treten Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen auf. Im Alter bis zu 50 Jahre haben Männer etwa vier Mal häufiger einen Herzinfarkt als Frauen. Jeder zweite Mann (51 Prozent) muss damit rechnen, im Laufe des Lebens an Krebs zu erkranken. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist Prostatakrebs, gefolgt von Lungen- und Darmkrebs. 2014 werden voraussichtlich etwa 265.000 Männer in Deutschland an Krebs erkranken.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen auch bei psychischen Erkrankungen. Zwar werden starke Stressbelastungen oder Depressionen bei Männern in Deutschland seltener diagnostiziert als bei Frauen. Selbsttötungen sind bei Männern dreimal so hoch wie bei Frauen. Fast 75 Prozent aller Selbsttötungen ereignen sich bei Männern und fast jeder 50. Todesfall eines Mannes ist eine Selbsttötung. Leistungsdruck, ständige Erreichbarkeit und soziale Krisen sind häufige Ursachen dafür.

 

Quelle: Bundesgesundheitsministerium