BARMER_GEKBerlin Die Nieren sind die wahren Hochleistungssportler unseres Körpers: Rund 180 Liter Flüssigkeit werden täglich durch sie gesäubert. Doch jeder Sportler kann an seine Grenzen kommen. „Durch die langfristige und hoch dosierte Einnahme von Schmerzmitteln können die Nieren ernste, sogar irreparable Schäden nehmen“, erklärt Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER GEK, anlässlich des Weltnierentags vergangenen Donnerstag.

Kopfschmerzen und Nierenschäden – ein Teufelskreis

Wer Schmerzmittel (Analgetika) einnimmt, sollte sich stets an die im Beipackzettel angegebenen Tageshöchstdosierungen halten und besonders bei längerer Einnahme Rücksprache mit einem Arzt halten, da fast alle Medikamente über die Nieren verarbeitet werden. „Die Symptome einer geschädigten Nierenfunktion treten erst sehr spät auf oder werden falsch gedeutet. Dazu gehören Fieber, Müdigkeit und weitere typische Erkältungssymptome“, so die Expertin. Auch Kopfschmerzen können auftreten, wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten – ein Teufelskreis, wenn dann erneut Medikamente dagegen eingenommen werden.
Abwarten statt nachdosieren
Besonders groß sei das Risiko einer zu hohen Dosis bei der Selbstmedikation. „Eine Schmerztablette braucht in der Regel 30 Minuten, um zu wirken. Wer zu früh nachdosiert, belastet seine Nieren unnötig“, warnt Günther. Auch bei Kindern, die zunehmend unter Stress und Schmerzen leiden, werde zu häufig und zu schnell zur Tablette gegriffen. Bei häufigen oder starken Schmerzen empfiehlt die Expertin den Gang zum Arzt: „Es gibt Medikamente, die über einen langen Zeitraum und mit einem konstanten Wirkstoff-Spiegel besser verträglich sind.“ Zwar können sich geschädigte Nieren auch wieder erholen. Durch eine mangelnde Durchblutung könne aber auch Gewebe absterben oder ein akutes Nierenversagen eintreten.
Quelle: BarmerGEK