GKVBerlin Deutschland verfügt über ein beispiellos dicht ausgebautes, differenziertes und qualitativ hochwertiges System zur psychotherapeutischen Versorgung. Dieses wird weitestgehend durch die gesetzliche Krankenversicherung finanziert, zu deren Leistungskatalog die ambulante Psychotherapie für alle Versicherten selbstverständlich gehört. Versicherte erhalten die erforderliche psychotherapeutische Behandlung aufgrund des Solidarprinzips unabhängig von der jeweiligen individuellen Beitragszahlung. Einen Leistungsausschluss aufgrund von Vorerkrankungen gibt es, anders als bei der privaten Krankenversicherung, nicht. Dennoch ist die Versorgung noch nicht überall so, wie es wünschenswert wäre. So sind in manchen Regionen deutlich mehr Psychotherapeuten tätig, als für die Versorgung der Bevölkerung benötigt werden, während gleichzeitig in anderen Regionen Psychotherapeuten fehlen. Auch die Wahl der Therapierichtung ist oftmals von Zufällen, wie z. B. einem freien Therapieplatz, bestimmt, statt über eine fachlich begründete Auswahl. Ausgehend von dieser Problemstellung hat der GKV-Spitzenverband ein Reformpapier mit konkreten Lösungsvorschlägen beschlossen.

„Weniger Bürokratie, orientierende Sprechstunden für die Patienten und ein Ende der Genehmigungspflicht für die Kurzzeittherapie sollen die Versorgung besser machen und die Wartezeiten verkürzen“, so Johann-Magnus v. Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

Förderung der sogenannten Kurzzeittherapie

Charakteristisch für die bisherige Struktur des Angebots an ambulanter Psychotherapie ist die Bindung an sehr eng gefasste Antrags- und Bewilligungsschritte. Je nach Psychotherapie-Verfahren werden unterschiedliche Kontingente an Behandlungsstunden durch den Versicherten beantragt und – ggf. nach Prüfung durch einen Gutachter – von den Krankenkassen bewilligt. Der Vorschlag zur Neugliederung sieht vor, Anreize zur Erbringung von sogenannten Kurzzeittherapien zu schaffen, indem auf das Antrags- und Bewilligungsverfahren in diesem Segment verzichtet wird. Der Versicherte kann das Angebot über seine Krankenversichertenkarte wie andere Leistungen auch in Anspruch nehmen; der Therapeut wird von einer Berichtspflicht bei Kurzzeittherapie generell befreit. Eine Kurzzeittherapie ist auf 22 Therapiestunden angelegt.

Die Förderung der sogenannten Kurzzeittherapie soll dabei nicht zu Lasten der Langzeittherapie gehen. Nach wie vor ist es möglich, aus der Probatorik direkt in die individuelle Langzeittherapie, beispielsweise eine Psychoanalyse, überzuleiten und diese dann – nach Gutachterbefürwortung – im bisher möglichen Stundenumfang von bis zu 300 Therapiestunden durchzuführen. Bei den Regeln und der bisherigen Praxis für die Genehmigung und Durchführung von Langzeittherapien sind keine Änderungen geplant.

 

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