Berlin Die dunkle Jahreszeit schlägt vielen aufs Gemüt. Schätzungen zufolge klagt bis zu einem Fünftel der Bevölkerung über Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Bei vielen bessert sich der Zustand nach einiger Zeit wieder, bei anderen entwickelt sich daraus eine saisonal abhängige Depression (SAD). „Zu den typischen Symptomen dieser speziellen Form von Depressionen zählen Schlafprobleme, Heißhunger auf Kohlenhydrate, Appetit auf Süßigkeiten, sozialer Rückzug, Angstzustände und Lethargie. Sie führen oftmals zu Problemen innerhalb der Familie, am Arbeitsplatz und in Beziehungen“, erklärt Dr. Thomas Giese, Neurologe bei der BARMER GEK.

Erhellende Behandlung

Die Ursache von SAD ist zu wenig helles Licht im Winter. „Wenn das Gehirn über das Auge Licht aufnimmt, werden Hormone ausgeschüttet, die unseren Tagesrhythmus bestimmen. Bei manchen Menschen reicht die geringe Lichtmenge in der dunklen Jahreszeit nicht aus, um diese Hormonproduktion ausreichend zu regulieren“, so Giese. Der Experte empfiehlt als erstes: mehr Licht! Manchmal können schon regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft die Stimmung wieder heben. Ideal wäre eine Dauer von 30 bis 60 Minuten pro Tag. Dabei ist es übrigens egal, ob es bewölkt ist oder die Sonne scheint.

Reichen die Spaziergänge nicht aus, können spezielle Lichttherapie-Lampen helfen. Darüber hinaus wirken regelmäßige körperliche Aktivitäten wie leichter Ausdauersport und die bewusste Pflege sozialer Kontakte nachweislich antidepressiv. Nicht empfehlen kann Giese dagegen eine Behandlung mit Akupunktur, Vitamin B9 oder Ginkgo-Präparaten. „Für deren Wirksamkeit gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise.“

Weil bei einer schweren SAD zusätzlich oft eine medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlung notwendig ist, sollten sich Betroffene an einen Psychiater oder Neurologen wenden.

Quelle und weitere Information: Barmer GEK