Berlin Osteoporose gilt gemeinhin als Frauenkrankheit. Doch von den rund acht Millionen Betroffenen in Deutschland sind knapp 17 Prozent Männer. Einer der Gründe, weshalb das vermeintlich starke Geschlecht auf schwachen Knochen geht: das männliche Sexualhormon Testosteron.Die Hormone trennen die Geschlechter auch beim Thema Krankheiten. „Bei Frauen sinkt in den Wechseljahren der Östrogenspiegel, bei Männern kommt es zur reduzierten Produktion von Testosteron“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER GEK. Testosteron fördert den Muskel- und Knochenaufbau und festigt die Knochensubstanz. In der zweiten Lebenshälfte findet auch bei Männern ein altersabhängiger Knochenverlust statt. Während die Knochensubstanz bei Frauen in der ersten Zeit der Wechseljahre um etwa zwei Prozent jährlich abgebaut wird, beträgt der Verlust bei Männern bis zu einem Prozent pro Jahr.
Zu den Risikofaktoren für Männer und Frauen gehören das Alter, das Geschlecht und bereits erlittene Wirbelkörperbrüche. Aber auch die Einnahme knochenschädigender Medikamente wie z.B. Cortison, eine erbliche Vorbelastung oder eine größere Sturzgefährdung erhöhen die Gefahr für Knochenbrüche. „Einige Risikofaktoren treten bei Männern etwas gehäuft auf. Hier fallen mitunter starkes Rauchen oder Alkoholkonsum besonders ins Gewicht“, so Marschall.

Vorsorge schützt
Um Knochenbrüche zu verhindern, sollten vor allem Muskelkraft und Koordination verbessert werden. Schlecht sitzendes Schuhwerk und lose Teppichläufer in der Wohnung lassen sich leicht beseitigen, um Stürze zu verhindern. Wichtig sind auch eine gesunde Ernährung mit ausreichend Kalzium und Vitamin D. Letzteres kann unser Körper selbst produzieren, braucht dazu aber Licht. „Man sollte sich täglich mindestens eine halbe Stunde lang im Freien aufhalten“, rät Dr. Marschall.

Quelle: Barmer GEK