Berlin Schrift zu klein, Zettel zu lang, Informationen unverständlich – auf viele Patientinnen und Patienten wirkt der Beipackzettel eines Medikaments abschreckend. „Dabei stecken hinter den Fremdwörtern und Beschreibungen wichtige Informationen“, so Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMERGEK, und erklärt wichtige Oberbegriffe.

Name des Präparats

Er verrät neben dem Handelsnamen oft weitere Informationen. Die Bezeichnungen „comp“ oder „plus“ geben an, dass mehrere Wirkstoffe kombiniert wurden. Das ist bei vielen Bluthochdruckmitteln der Fall. Ergänzungen wie „mite“ („die Hälfte“) und „forte“ (stark) geben Hinweise auf den Wirkstoffgehalt. Zahlen wie 100 oder 10/25 beziehen sich auf die Wirkstoffmenge pro Einnahmeeinheit. Der Ausdruck „retard“ weist daraufhin, dass der Wirkstoff über eine längere Zeit gleichmäßig freigesetzt wird.

Zusammensetzung

Zum einen geht es um die Inhaltsstoffe, die für die Wirksamkeit verantwortlich sind. Zum anderen werden „sonstige Bestandteile“ aufgeführt – besonders wichtig bei Unverträglichkeiten. So kann ein Präparat, das Alkohol (Ethanol) enthält, für Menschen mit einer Lebererkrankung gefährlich sein.

Darreichungsform

Tabletten, Kapseln, Dragees usw. – auch wenn die Wirkung gleich ist, manche Präparate sind als Tropfen verträglicher statt als Tablette. Hier können Arzt und Apotheker beraten.

Anwendungsgebiet

Hier werden Krankheiten aufgezählt, bei denen das Mittel wirkt. Manchmal wird ein Medikament auch bei nicht genannten Erkrankungen eingesetzt, falls es therapeutisch sinnvoll ist.

Gegenanzeigen und Warnhinweise

Hier steht, in welchen Fällen ein Mittel gar nicht oder nur auf ausdrückliche Anweisung eines Arztes eingenommen werden darf. Außerdem wird bei den Warnhinweisen auf Besonderheiten hingewiesen – etwa wenn ein Präparat das Reaktionsvermögen so beeinflusst, dass man nicht Auto fahren sollte.

Nebenwirkungen

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung – selbst bei vorschriftsmäßiger Einnahme kann es zu unerwünschten körperlichen Reaktionen kommen. Dann sollte umgehend der Arzt informiert werden.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente kann die Wirkung verstärken oder eine Arznei unwirksam machen. Deshalb sollten Arzt oder Apotheker über alle Medikamente informiert werden – auch Naturheilmittel!

Dosierung

Gibt es keine abweichenden Anweisungen vom Arzt, steht hier, wann, wie viel, wie oft und wie lange das Mittel genommen werden soll. Bei Fragen hilft immer auch der Apotheker weiter.

Aufbewahrung

An dieser Stelle wird beschrieben, wie das Medikament zu lagern ist, damit es seine Wirkung nicht verliert. Einige Arzneimittel gehören in den Kühlschrank, andere müssen lichtgeschützt aufbewahrt und wieder andere (z.B. Augentropfen) können nach Anbruch nur einige Wochen verwendet werden.

 

Quelle: Barmer GEK