Berlin Die Diakonie Deutschland fordert, die Transparenzberichte in der Pflegebranche komplett neu zu gestalten. „Die seit 2009 veröffentlichten Berichte haben sich nicht bewährt und tragen nur wenig zur Qualitätstransparenz bei. Für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen ist das Angebot weiterhin unübersichtlich“, kritisiert Maria Loheide, sozialpolitischer Vorstand der Diakonie Deutschland. Die Veröffentlichung der Berichte auf vielen verschiedenen Internetseiten trage zusätzlich zur Verwirrung bei. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssten sich zuverlässig und schnell über die Pflegequalität der Anbieter informieren können, fordert Loheide.

„Eine neue Qualitätsberichterstattung muss bewerten und transparent darlegen, wie es den pflegebedürftigen Menschen in den Heimen tatsächlich geht“, betont Loheide. Derzeit seien Pflegenoten vielmehr ein Indiz für die Qualität der Dokumentation, nicht für die Güte der Pflege. Als Grundlage einer Neuausrichtung gebe es bereits ein wissenschaftlich geprüftes Verfahren, an dem die Diakonie mitgewirkt hat. Dieses Verfahren würde die Qualitätstransparenz nach Ansicht der Diakonie deutlich verbessern. Es enthält beispielsweise neue Indikatoren, die die Mobilität der pflegebedürftigen Menschen erfassen. Unter anderem erhebt das neue Verfahren, wie viele Menschen sich in einem Heim wund liegen. Bislang wird lediglich geprüft, wie sorgfältig ein Heim Vorsorgemaßnahmen gegen das Wundliegen seiner Bewohner dokumentiert.

Auch die Art der Erhebung muss nach Ansicht der Diakonie verbessert werden. Dazu solle das Heim selbst regelmäßig die Daten aller Bewohner erheben, die durch Kontrolluntersuchungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) regelmäßig überprüft werden. „Derzeit stützt sich der MDK vor allem auf die Pflegedokumentation, bezieht aber nur 10 Prozent der Bewohner eines Heimes in die Qualitätskontrolle ein“, kritisiert Loheide. Das neue Verfahren hingegen liefere ein vollständiges Bild der Qualität eines Heimes und davon, wie gut es den Menschen in dem Heim geht.

Zudem fordert die Diakonie, die Ergebnisse der Qualitätskontrolle einheitlich an einer zentralen Stelle im Internet zu veröffentlichen. Zur Diakonie gehören rund 2.570 Pflegeheime mit rund 161.000 Plätzen sowie rund 1.640 ambulante oder teilstationäre Angebote und Beratungsstellen der Altenhilfe.

Quelle: Pressestelle Diakonie Deutschland