Karlsruhe Heinz Golombeck informiert sich in Karlsruher Pflegeeinrichtung über die Herausforderungen in der ambulanten Pflege.Der Bundestagsabgeordnete Heinz Golombeck (FDP) besuchte die Pflegeeinrichtung SPPS in Karlsruhe. Im Gespräch mit Susanne Pletowski, Geschäftsführerin des Unternehmens und Vizepräsidentin des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), erfuhr der Politiker Wissenswertes über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Pflege.

Danach erlebte Golombeck während eines Besuchs bei einem Pflegebedürftigen zu Hause, was Pflege im täglichen Leben konkret bedeutet. Im Anschluss resümierte er: „Wer Menschen bis ins hohe Alter ein würdiges Leben ermöglicht, erbringt einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft. Gerade aufgrund des demografischen Wandels braucht die Pflegebranche die richtigen Rahmenbedingungen, um erfolgreich arbeiten zu können. Dem Engagement privater Unternehmer kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.“

Susanne Pletowski wies darauf hin, dass vor allem im Kampf gegen den Fachkräftemangel mehr Unterstützung aus der Politik notwendig sei. „Nach den aktuellen Prognosen müsste jeder dritte Schulabgänger mit mittlerem Bildungsabschluss im Pflegebereich arbeiten, um den zukünftigen Bedarf zu decken. Das ist illusorisch. Wir sind auf die Integration ausländischer Fachkräfte angewiesen.“

Der bpa fordert deshalb seit Langem vereinfachte Zugangsvoraussetzungen für ausländische Fachkräfte. „Krankenpflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten und aus EU-Ländern, die ihren Abschluss in der Regel nach einem vier- bis fünfjährigen Studium mit Praxissemester erworben haben, müssen in einigen Bundesländern ein halbes Jahr Pflegepraktikum in einem deutschen Krankenhaus machen – obwohl sie bereits anerkannte Pflegefachkraft sind. Das geht am tatsächlichen Bedarf vorbei und ist wenig zielführend. Viel wichtiger wäre eine konkrete Vorbereitung auf die Tätigkeit in einer Pflegeeinrichtung – zum Beispiel durch ein Praktikum –, um die Besonderheiten der Altenpflege und den Umgang mit Demenzkranken zu vermitteln“, sagt Susanne Pletowski.

Wie eine erfolgreiche Integration ausländischer Fachkräfte funktionieren kann, zeigt das Beispiel einer Ungarin. Nach einem durch die Europäische Union geförderten Praktikum hat sie nun ab 1. August 2013 einen festen Arbeitsvertrag. Pletowski sieht derartige Praktika als wichtigen Schritt, um dem Fachkräftemangel in Baden Württemberg zu begegnen. Von der Politik fordert sie finanzielle Unterstützung für die Integration ausländischer Fachkräfte, wie zum Beispiel die Kostenübernahme für notwendige Sprachkurse. „Da in Deutschland generell Fachkräftemangel herrscht, ist dies eine gesamtgesellschaftliche Investition.“

Quelle: bpa