Berlin Sie gilt als Vorbote des Herzinfarkts und ist eine der häufigsten Ursachen für Krankenhauseinweisungen – die Angina Pectoris. Was im Volksmund Brustenge oder Herzschmerz heißt, ist ein wahres Massenphänomen. Das verdeutlicht eine Analyse im Rahmen des aktuellen BARMER GEK Arzneimittelreports, wonach rund 1,5 Prozent der etwa 8,7 Millionen Versicherten der Kasse unter dieser Krankheit leiden. Hochgerechnet auf die deutsche Gesamtbevölkerung wären das rund 1,2 Millionen Menschen.

„Stechende, nur wenige Minuten andauernde Schmerzen, die sich von der Herzgegend bis in den linken Arm, Oberbauch, Rücken oder Unterkiefer erstrecken können sind die Symptome einer Angina Pectoris“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER GEK. Sie treten auf, wenn ein oder mehrere Herzkranzgefäße verengt sind. Blut- und Sauerstoffzufuhr des Herzens werden dann unterbrochen. Mögliche Auslöser sind körperliche Anstrengung, emotionaler Stress, Kälteexposition oder eine üppige Mahlzeit.

Langfristige Therapien setzen in erster Linie auf Medikamente, um Beschwerden zu lindern oder Folgekrankheiten vorzubeugen. Laut Report verordnen Ärzte vor allem Betablocker, Lipidsenker und antithrombotische Mittel. Nitrate, die früher die Therapie dominierten, werden heute weitaus weniger eingesetzt. So bekamen 2011 von etwa 380.000 BARMER GEK Versicherten mit Angina Pectoris rund 87.000 Betablocker verordnet. Mit Nitraten wurden im selben Jahr nur knapp 36.000 Patienten behandelt.

„Durch die moderne Arzneimitteltherapie hat man Angina Pectoris heute relativ gut im Griff“, weiß Marschall. Allerdings kann man der Krankheit auch gut vorbeugen beziehungsweise ihren Verlauf positiv beeinflussen. „Wie bei allen Herzkreislauferkrankungen gilt es, Risikofaktoren wie das Rauchen, mangelnde Bewegung und ungesunde Ernährung zu vermeiden.“

Mehr Information: www.barmer-gek.de/543661

Quelle: Barmer GEK