Berlin Jeden Freitag im SAT.1-Frühstücksfernsehen: Gesundheitsreporterin Anke Neuzerling. Diese Woche: Wie werde ich 100? Jopi Heesters stand mit 107 Jahren noch auf der Bühne. Der 101-jährige Inder Fauja Singh läuft im hohen Alter noch Halbmarathon. Mehr als 6.000 Hundertjährige leben mittlerweile in Deutschland. Moderne medizinische Versorgung und hohe Lebensqualität machen es möglich! Gibt es Patentrezepte für ein langes Leben bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit?

Um das herauszufinden, trifft sich die Gesundheitsreporterin Anke Neuzerling am 31.05.2013 im SAT.1-Frühstücksfernsehen mit zwei Sportlern, die sich ihrem 100. Geburtstag nähern. Gemeinsam mit Prof. Dr. Weisser von der Uni Kiel geht sie der Frage nach dem Erfolgsrezept auf den Grund. Hier ihr Fazit.

Wie ist das mit dem Altern?

Der Mensch altert, weil die Stammzellen im Laufe des Lebens erschlaffen und irgendwann keine neuen Zellen mehr bilden. Die Stammzellen sind sozusagen die Geburtsstube der Zellen, die in Organen und Gewebe spezifische Aufgaben übernehmen. Aber was lässt einen 100 Jahre alt werden? Das Team von Prof. Dr. Weisser hat das sogenannte FoxO-Gen entdeckt, das den Alterungsprozess beim Menschen beeinflusst. Sie forschen dazu gerade an Süßwasserpolypen. Wenn dieses Gen nicht funktioniert, dann geht das Altern schneller! Aber es kommt natürlich auch auf die Lebensweise an!

Um in den Club der Hundertjährigen zu kommen, sind verschiedene Aspekte wichtig: positive Lebenseinstellung, gute Gene, eine gesunde Lebensweise – und ganz wichtig: Verzicht!

Weniger essen

Wer alt werden will, darf und soll sogar das Leben genießen. Aber vernünftig genießen und auf exzessive Mengen verzichten! Heute ist das Essen quasi zur Freizeitbeschäftigung geworden. Weniger essen heißt laut Forschung länger und vor allem besser leben. Denn viel und vor allem fettes Essen begünstigt Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes. Es wurde festgestellt, dass die Menschen älter werden, wenn sie nicht so übermäßig essen. Das gilt für alle Speisen. Der Grund ist ganz einfach: Der Körper hat weniger zu verdauen, weniger Giftstoffe zu verarbeiten, die Organe werden quasi geschont und können dadurch länger ihre Tätigkeit verrichten. Es gibt ein altes Sprichwort: Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König, Abendessen wie ein Bettelmann. Sonst wird der Körper, vor allem der Magen-Darm-Trakt, mit ständigem Essen überfordert.

Das Maß macht’s

Nicht nur weniger essen, sondern auch besser essen hilft den Organen, länger zu überleben! Günstig ist eine gesunde, ausgewogene Mischkost. Man sollte manche Dinge nur in geringen Maßen zu sich nehmen. z. B. Fleisch. Dafür öfter mal Fisch wählen. Der enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die das Gehirn in Gang bringen. Lieber Nüsse als Chips wählen, denn die Nüsse liefern wichtige Spurenelemente. Chips bestehen nur aus Kohlenhydraten und Fetten. Viel Gemüse, am besten gedünstet, dann bekommt der Körper viele Vitamine. Bezüglich der Trinkgewohnheiten sollte man öfter in der Woche einen Alkohol-freien Tag einlegen. Ein Glas Rotwein schadet grundsätzlich nicht. Auch hier gilt: besser ist mäßiger Konsum.

Bewegung

Um sich fit zu halten, ist natürlich Bewegung wichtig. Und zwar an der frischen Luft. Die Sonne liefert Vitamin D – das ist gut fürs Gehirn! Zwei- bis dreimal pro Woche leichte, sportliche Aktivität, z. B. Schwimmen, das geht am wenigsten auf die Gelenke. Grundsätzlich sind Ausdauer-Sportarten gut für Herz und Kreislauf und fördern das gesunde Altwerden. Niemand muss mit 100 noch Marathon laufen. Das Ziel ist: sich mit 80 im Stehen noch die Schuhe zubinden zu können!

Die Einstellung macht’s

Auch die eigene Lebenseinstellung kann eine Rolle spielen: Gelassenheit und Lebensfreude können der Schlüssel für ein langes gesundes Leben sein. Übrigens: Männer leben nachgewiesenermaßen länger, wenn sie verheiratet sind.

Fazit

Das Geheimnis der Hundertjährigen ist vielschichtig, aber einen großen Einfluss hat offensichtlich die Ernährung. Weniger ist mehr! Also einfach mal mit „Zu-viel-Essen“ aufhören, bevor man satt, geschweige denn „voll“ ist! Und wenn man sich außerdem regelmäßig bewegt und dazu noch gute Gene hat, kann man mit etwas Glück die 100 erreichen.

Linktipps