Kiel Geschmack, Brateigenschaften, Vitamin-E-Gehalt – welches Sonnenblumenöl kommt am besten weg? Gutes Sonnenblumenöl muss nicht teuer sein, stellt Stiftung Warentest fest. Als Allzwecköl kann es zur gesunden Ernährung beitragen. Etwa jedes vierte verkaufte Speiseöl in Deutschland ist ein Sonnenblumenöl. Es eignet sich für die warme und kalte Küche, etwa für Salatdressings, zum Backen und Dünsten. Dagegen zeigten nur 6 der 28 von Stiftung Warentest geprüften Sonnenblumenöle gute Brateigenschaften. Generell eignen sich Raps- und Olivenöl besser für die Pfanne – dann allerdings am besten in raffinierter Form. Aufgrund des besonders ausgewogenen Fettsäuremusters ist besonders Rapsöl für die gesunde Ernährung von Vorteil.

Raffiniert und „gut“

Sonnenblumenöl punktet mit einem relativ hohen Vitamin E-Gehalt. Das wirkt beim Menschen Gefäßablagerungen entgegen und verhindert Zellschäden durch sogenannte freie Radikale. Der Vitaminvorteil bleibt auch bei den raffinierten Varianten von Sonnenblumenölen erhalten. Zudem schmeckt es neutral und kostet nicht viel. Es gibt also gute Gründe, neben Raps- und Olivenöl auch ein gutes Sonnenblumenöl in der Küche zu haben.

Die meisten Sonnenblumenöle sind raffiniert. Das heißt sie werden mechanisch ohne Temperaturbegrenzung aus der Saat gepresst und mit chemischen Lösemitteln extrahiert. Beim Raffinieren werden Fettbegleitstoffe entfernt, die den Verderb fördern können. Vitamine, Aroma- und sekundäre Pflanzenstoffe gehen dabei teilweise verloren.

So testet „Stiftung Warentest“

10 der 16 getesteten raffinierten Öle schnitten „gut“ ab. Zum Braten eignen sich die raffinierten Öle von Aldi, Real und Netto.

  • Das Bellasan von Aldi Süd erreichte zudem noch ein „sehr gut“ bei den sensorischen Eigenschaften. Das Buttella von Aldi Nord verfehlte diese Bestnote in Geruch und Geschmack nur knapp. Beide wurden zum Testzeitpunkt für 1,49 Euro pro Liter gehandelt.
  • Ebenfalls „gut“ und genauso günstig sind die Sonnenblumenöle: Vegola (Netto), Bonita (Penny), Vita D’or (Lidl), K Classic (Kaufland), Netto Supermarkt und Tip (Real).

Nativ und inhaltsreich

Dagegen schnitten nur 3 der 12 kaltgepressten Sonnenblumenöle mit „gut“ ab. Das liegt am schonenden, „nativen“, Herstellungsverfahren. Bio-Sonnenblumenöle – wie übrigens auch andere Speiseöle – werden ohne Wärmezufuhr gepresst. Die Temperatur steigt in der Regel nicht über 40 Grad Celsius. Erlaubt sind nur Filtern und Zentrifugieren. So bleiben mehr gute Eigenschaften der Ölsaat wie sekundäre Pflanzenstoffe erhalten, oft gelangen aber auch unerwünschte Bestandteile ins Produkt, die sich auf Geruch, Geschmack oder Haltbarkeit auswirken.

  • Nur das Bio-Öl von Alnatura schnitt sensorisch „sehr gut“ ab und ist für ein Bio-Öl mit (3,80 €/Liter) auch noch relativ günstig.
  • Gut, und als Bio-Öl zweiter Sieger, ist Naturkind Bio von Kaiser’s/ Tengelmann.

Rundum „gut“ und dazu noch zum Braten geeignet ist das teuerste Öl im Test: High Oleic Sonnenblumenöl der Teutoburger Ölmühle (9,80 €/ Liter), das wegen einer besonderen Sonnenblumenzüchtung einen hohen Vitamin E- und Ölsäuregehalt aufweist.