Berlin Wer bei den ersten Anzeichen eines Schlaganfalls nicht sofort medizinische Hilfe holt, riskiert schwere gesundheitliche Folgen. „Jeder Schlaganfall ist ein akuter Notfall. Deshalb lieber sofort den Notarzt rufen als abwarten und auf ein Nachlassen der Beschwerden hoffen – auch nachts“, rät Dr. Thomas Giese, Neurologe bei der BARMER GEK, anlässlich des bundesweiten Tags gegen den Schlaganfall am 10. Mai.

Lähmungserscheinungen mit Taubheit in Arm und Bein, herabhängender Mundwinkel, Schwindel, Seh- und Sprechstörungen, Übelkeit – wer nachts mit diesen typischen Symptomen eines Schlaganfalls aufwache, dürfe nicht zögern. „In solchen Momenten darf es keine Scheu geben, den Arzt aus dem Schlaf zu klingeln. Auch die Rücksichtnahme auf den schlafenden Partner oder die Hoffnung auf abklingende Beschwerden sind dann völlig fehl am Platz“, so Giese.

Um mögliche Spätschäden zu verhindern, empfiehlt Giese auch, nicht erst den Hausarzt oder den ärztlichen Notdienst zu verständigen, sondern sofort den Notarzt. Die Rettungsleitstelle ist rund um die Uhr bundesweit erreichbar unter der Telefonnummer 112. Bestimmte Medikamente gegen die Ursache eines Schlaganfalls, beispielsweise zum Auflösen von Blutgerinnseln im Kopf, könne der Arzt nur innerhalb der ersten Stunden nach einem Schlaganfall geben.

Laut Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe leiden aktuell mehr als eine Million Menschen in Deutschland an den Folgen eines Schlaganfalls, 43 Prozent von ihnen sind dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen. 15 Prozent der überlebenden Patienten müssen in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden. Laut Deutsche Herzstiftung e.V. stellen Schlaganfälle und Herzinfarkte seit 2002 die führenden Todesursachen bei Frauen dar.

Quelle: Barmer GEK