Potsdam Inspiriert durch das in Frankreich seit Jahren implementierte Versorgungskonzept „Gastfamilien“ hat LEFA das Ziel, in den ländlichen Bereichen Ostdeutschland diese französischen Projekterfahrungen aufzugreifen und entsprechend der jeweiligen Rahmenbedingungen umzusetzen. Ziel des Projektes ist es, im Sinne des § 8 Abs. 3 SGB XI eine neue qualitätsgesicherte Versorgungsform zu erproben und Instrumente und Verfahren zu entwickeln, die die Begutachtung des Betreuungsverhältnisses erleichtern.

In den sechs östlichen Bundesländern (MVP; BE, BB, SN, ST und TH) werden jeweils lokale Fachstellen mit je einer ProjektkoordinatorIn besetzt, die durch professionelle Netzwerkarbeit geeignete Gastfamilien vor Ort gewinnen wird. Die Gastfamilien werden vorbereitend auf ihre neue Aufgabe zentral qualifiziert und nehmen danach eine interessierte MitbewohnerIn aus ihrem Sozialraum auf. Dabei sind folgende Voraussetzungen bindend:

  • Die MitbewohnerIn hat einen anerkannten Pflegebedarf (möglichst Pflegestufe 1 o. 2)
  • eine Gastfamilie kann max. zwei MitbewohnerInnen aufnehmen
  • Die MitbewohnerIn verfügt über einen eigenen Wohnraum sowie ein separates WC/Nasszelle
  • Die Gastfamilien erhält für ihre Leistungen einen angemessenen Aufwandsersatz
  • Ein örtlich ansässiger ambulanter Pflegedienst stellt die pflegerische Versorgung der MitbewohnerIn sicher
  • Die KoordinatorIn der lokalen Fachstelle ist verlässliche AnsprechpartnerIn beider Seiten und steht vor Ort als FachberaterIn zur Verfügung
  • Ergänzt wird die Unterstützung an allen Projektstandorten durch die Beteiligung und Einbeziehung sogenannter Pflegebegleiter (s. www.netzwerk-pflegebegleitung.de)

Im Sinne einer modernen, auf „Pflege-Mix“-Netzwerke ausgerichteten Versorgung wird im Modellversuch erprobt, die drei Ebenen des Pflege- und Betreuungssupports zu koordinieren und zu stärken.

Um einen innovativen Pflegemix-Ansatz mit verlässlicher und qualitätsorientierter Versorgungssicherheit für die MitbewohnerIn zu garantieren, erhält die Gestaltung der Verträge einen besonderen Stellenwert. Dabei steht die Beziehung zwischen MitbewohnerIn und Gastfamilie im Mittelpunkt.

Die Methoden der wissenschaftlichen Begleitung umfassen:

  • standardisierte Befragungen im Pflege-Mix,
  • die Entwicklung eines systematischen Berichtswesen für die Koordinationsstellen,
  • die Evaluation der Qualifizierungsmaßnahmen,
  • Experteninterviews auf Länderebene,
  • sowie die Mitarbeit an der Ausarbeitung, Diskussion, Implementation und Evaluation von Verträgen und Vereinbarungen.

Die Erkenntnisse aus den 18 Arrangements von Gastfamilien und MitbewohnerInnen sowie den Koordinations- und Steuerungsaufgaben werden belegen, ob und inwieweit sich dieses Konzept als wirksam erweist.

An den nachstehenden Projektstandorten wird im Rahmen des Modellzeitraumes der Ansatz LEFA je dreimal umgesetzt (insgesamt 18 Gastfamilien).

Mecklenburg-Vorpommern:

Projektstandort Grimmen und Umland

Partnerorganisation: AWO Soziale Dienste Vorpommern gGmbH

Tel: 03831/30970

Brandenburg:

Projektstandort Schwedt und Umland

Partnerorganisation: Volkssolidarität Kreisverband Uckermark

Tel.:03331/32435

Berlin:

Projektstandort Berlin Wilmersdorf

Partnerorganisation: Dong Heng-Interkultureller Hospiz-Verein

Tel.: 030/86394296

Sachsen-Anhalt:

Projektstandort Stendal und Altmark

Partnerorganisation: BIS-Bürgerinitiative Stendal e.V.

Tel.: 03931/5656320

Thüringen:

Projektstandort Sonneberg/Neuhaus und Umland

Partnerorganisation: AWO AJS Außenstelle Neuhaus

Tel.: 03679/756536

Sachsen:

Projektstandort Annaberg/Buchholz und Umland

Partnerorganisation: CJD Chemnitz – Außenstelle Annaberg

Tel.: 03733/56240

Quelle: GKV-Spitzenverband