Den Krankenkassen muss es künftig möglich sein, Kliniken mit nachweislich schlechter Qualität nicht mehr zu bezahlen. Das fordert der AOK-Bundesverband. „Der neue Krankenhaus-Report zeigt den Handlungsbedarf deutlich auf. Die enorme Mengenentwicklung bei Krankenhausbehandlungen darf nicht dazu führen, dass unnötig operiert wird oder dass die Qualität nicht stimmt. Unser Ziel ist es, Versicherte besser zu schützen“, sagt Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes. Deshalb werde die AOK in Zukunft wissenschaftlich fundierte Qualitätsinformationen intensiver nutzen, um Patienten bei der Klinikwahl zu unterstützen. In Zukunft müsse es zudem möglich sein, nachweislich schlechte Qualität nicht zu bezahlen. „Krankenkassen sind derzeit gezwungen, jede Leistung zu finanzieren, unabhängig davon, ob sie gut oder schlecht ist. Der bestehende Kontrahierungszwang muss gelockert werden“, so Uwe Deh weiter.

Krankenhaus-Report 2013

Mit dem Schwerpunktthema „Mengendynamik: mehr Menge – mehr Nutzen?“ widmet sich der Krankenhaus-Report 2013 der auffälligen Zunahme von Krankenhausfällen im Jahr 2011. So ist die Zahl der stationären Behandlungen seit 2005 um 11,8 Prozent je Einwohner gestiegen. „Hinzu kommt, dass sich Mengenentwicklungen vor allem in denjenigen Fallgruppen vollziehen, die wirtschaftlichen Gewinn versprechen“, resümierte Jürgen Klauber, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und Mitherausgeber des Krankenhaus-Reports. So zeigt der neue Krankenhaus-Report beispielsweise, dass sich die Zahl der Wirbelsäulenoperationen bei AOK-Versicherten zwischen 2005 und 2010 mehr als verdoppelt hat.

„Diese Entwicklung kann einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft nicht gleichgültig sein. Jede Operation ist auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko für den einzelnen Patienten. Umso wichtiger ist es, dass alle Operationen aus einer klaren medizinischen Indikation heraus stattfinden“, sagte Professor Dr. Fritz Uwe Niethard, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. (DGOOC). Durch das neue Zertifizierungsverfahren „Endocert“, das gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik und dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie entwickelt wurde, sei ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Indikations-, Struktur- und Prozessqualität getan worden. Patienten, die sich in nach „Endocert“ zertifizierten Kliniken behandeln lassen, könnten sich sicher sein, dass die Hauptoperateure mindestens 50 endoprothetische Eingriffe pro Jahr durchführen.

Quelle: AOK-Mediendienst