Berlin Sozialverband VdK kommentiert Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung. „Ich warne vor zu großen Erwartungen hinsichtlich der im Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung in Aussicht gestellten Rentensteigerungen. Keiner kann vorhersagen, wie sich die wirtschaftliche Lage in den nächsten Monaten und Jahren weiterentwickelt. Die Erfahrung lehrt, dass die Rentenzahlungsbeträge in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen sind“, erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich von Medienberichten, nach denen Rentner in den kommenden Jahren mit deutlich mehr Geld rechnen können.

Demnach soll sich die sogenannte Eckrente von derzeit 1263 Euro auf 1507 Euro in 2020 und auf 1715 Euro in 2026 erhöhen. „Dabei darf man aber nicht vergessen, dass der Eckrentner eine rein rechnerische Größe ist. Ausgegangen wird von einem fiktiven Arbeitnehmer, der immerhin 45 Jahre lang Beiträge bezahlt und dabei stets durchschnittlich verdient haben muss“, so Mascher. Die Renten-Realität sehe aber ganz anders aus.

„Aufgrund der anhaltenden Ausweitung des Niedriglohnsektors sowie wegen der durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit immer häufiger unterbrochenen Erwerbsbiografien und dadurch fehlenden Beitragsjahre wächst die Gefahr für eine immer größer werdende Bevölkerungsgruppe, im Alter nur eine niedrige Rente zu beziehen und in die Altersarmut abzurutschen“, warnt die VdK-Präsidentin.

Deshalb seien die nun vermeldeten Rentenprognosen wenig mehr als „ein Blick in die Kristallkugel“. Mascher betont: „Altersarmut ist auf dem Vormarsch. Das zeigt die Entwicklung der Neurenten.“ Heute betrage die Durchschnittsrente für Neurentner nur 812 Euro bei den Männern und 529 Euro bei den Frauen und liegt damit bei vielen deutlich unter dem Grundsicherungsniveau von derzeit 688 Euro. Mascher wies darauf hin, dass der Rentenversicherungsbericht mit den Zahlen der Bestandsrenten arbeitet, die im Durchschnitt höher liegen.

Quelle: VdK