Berlin „Ohne die Leistungen der Millionen Ehrenamtlichen wäre unsere Gesellschaft ärmer“, erklärte der Präsident der Volkssolidarität, Prof. Dr. Gunnar Winkler, am Dienstag aus Anlass des Tages des Ehrenamtes am 5. Dezember. „Das kann nicht hoch genug gewürdigt und anerkannt werden. Zugleich muss davor gewarnt werden, das Ehrenamt als Lückenbüßer zu missbrauchen, während sich der Staat zunehmend aus seiner sozialen Verantwortung zurückzieht.“

Der Verbandspräsident begrüßte, dass das ehrenamtliche Engagement zunehmend von der Politik beachtet und auch unterstützt werde. Dazu würden auch bessere gesetzliche Regelungen beitragen. Die Volkssolidarität setze sich für niedrige bürokratische Hürden für das Ehrenamt ein. „Bedenklich finden wir aber, was im Entwurf des Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts zu lesen ist“, betonte Winkler. „In der Begründung wird nicht nur an erster Stelle auf das Ehrenamt als Wirtschaftsfaktor hingewiesen. Zugleich heißt es da, dass es gefördert und gestärkt werde, weil ‚die öffentliche Hand … sich wegen der unumgänglichen Haushaltskonsolidierung auf ihre unabweisbar notwendigen Aufgaben konzentrieren‘ müsse. Das ist das Eingeständnis, dass die ehrenamtlich Aktiven die Folgen der Sparpolitik ausgleichen sollen. Das kann nicht der richtige Weg sein. Die Aufgabe, das Ehrenamt zu stärken und zu fördern, sollte nicht von der Kassenlage abhängig gemacht werden.“

Die Volkssolidarität erwarte, dass die sozialen Strukturen in den Kommunen gesichert und gestärkt werden, so der Verbandspräsident. „Das ist die beste Ausgangsbasis für freiwilliges Engagement möglichst vieler. Das Ehrenamt muss von Politik und Gesellschaft unterstützt und gefördert werden. Es darf keine Frage des Geldbeutels sein!“ Notwendig seien bessere Rahmenbedingungen, zu denen auch Schulungen für ehrenamtlich Aktive gehören müssten.

Der Verbandspräsident dankte den fast 30.000 ehrenamtlich Aktiven der Volkssolidarität für ihr Wirken. „Ohne sie können wir unseren Anspruch, Menschen zu helfen, die Unterstützung benötigen, nicht in die Tat umsetzen. Auch für die Volkssolidarität gilt: Das Ehrenamt ist die tragende Säule des Verbandes und bleibt eine wichtige Zukunftsgröße für diesen.“ Das Spektrum reiche von der Nachbarschaftshilfe über die Gestaltung von Gemeinschaftserlebnissen in der sozialkulturellen Arbeit bis zur sozialpolitischen Mitwirkung. Zunehmend seien ehrenamtlich Aktive auch in sozialen Bereichen, beginnend bei der Kinderbetreuung bis zur Hospizarbeit, wirksam.

Quelle: Volkssolidarität