Elmshorn(gk) Einsamkeit ist ein Thema im Kreise der älteren Generation. Immer mehr Senioren sind auf sich alleine gestellt – auf sich ganz allein. Die Ehepartner sind verstorben, Kinder oder Enkelkinder gibt es nicht, oder zumindest nicht immer in greifbarer Nähe. Doch auch die Pflege eines Angehörigen, kann einsam machen – sehr einsam.

Einsamkeit im Alter

Einsamkeit im Alter halt viele Facetten

Viele pflegebedürftige Menschen werden zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt. Meist sogar vom Ehegatten. Doch was passiert wirklich tief im Menschen drin, wenn er/sie es sich zur „Lebensaufgabe“ gemacht hat, den Partner zu pflegen?

Oftmals ist man sich in der Anfangszeit gar nicht bewusst, was wirklich auf einen zukommt. „In guten wie in schlechten Zeiten“ hat in der älteren Generation nach mächtig Gewicht und wird sehr Ernst genommen. Viele übernehmen die Pflege völlig selbstlos – und bis zur Selbstaufgabe.

Mit der Zeit entfremden sich zunehmend die Menschen aus dem Umfeld. Woran es nun liegt, kann man nicht genau sagen, jedoch wird es häufig daran liegen, dass sich die pflegenden Angehörigen dem Freundes- und Bekanntenkreis entziehen – nicht umgekehrt. Scham, Angst und Unsicherheit wie das Umfeld auf die neue Situation reagiert spielen zuvorderst eine Rolle. Manche erkranken selbst – physisch und psychisch.

Nicht wenige Angehörige schildern in Gesprächen beiläufig, dass sie sich einsam fühlen, oftmals sogar hilflos. Diese Einsamkeit ist dann noch nicht das Ende der Fahnenstange. Die Frage bleibt, wie kann man „einsame Menschen“ erreichen? Wie schafft man es, dass diese sich frühzeitig Hilfe holen, aus der Umgebung einfach mal „ausbrechen“?

Angebote gibt es zahlreich. Diverse Krankenkassen bieten Pflegeurlaub an, vor Ort gibt es nahezu flächendeckend in Deutschland Selbsthilfegruppen, Informationsabende oder auch Schulungen. Nur, dazu muss man raus.

Raus aus dem Alltag, raus aus dem Hamsterrad – sonst dreht man sich weiter im Kreis. Neben dem Leben für den Partner hat man auch ein eigenes Leben. Dieses ganz aufzugeben ist wirklich ehrbar, aber nicht der Sinn. Auch nicht der Sinn einer Beziehung oder Ehe.

Somit bleibt unser heutiger Tipp:

  • Gehen Sie raus, holen Sie sich frühzeitig Hilfe und nicht erst, wenn es fast zu spät ist
  • Nehmen Sie die Hand, die Ihnen entgegengestreckt wird, an.
  • Informieren Sie sich vor Ort, welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt
  • Halten Sie Ihre sozialen Kontakte aufrecht – auch stundenweise kann man Hilfe in Anspruch nehmen
  • Informieren Sie sich vielleicht auch über die Möglichkeit eines Kurzzeitpflegeplatzes – nutzen Sie die Zeit für sich!

An wen können Sie sich wenden:

Informationen zu Pflegeeinrichtungen oder auch 24 Stunden Haushaltshilfen finden Sie u.a. hier:

Nicht immer ist entscheidend, wann Sie etwas tun, sondern DAS Sie etwas tun. Alles Gute!