Caritas für die Stadt und den Landkreis Osnabrück

Osnabrück (epd) Der Caritasverband im katholischen Bistum Osnabrück will mit Hilfe neuer Technologien alten Menschen möglichst lange ihre Selbstständigkeit erhalten. In mehreren Haushalten seien ein Medikamentenspender und ein Gerät zur Überwachung der Flüssigkeitsaufnahme erfolgreich getestet worden, erläuterte Caritas-Fachleiter Michael Lucas-Nülle am Montag. Die neue Technik entlaste Pflegedienste und pflegenden Angehörigen senke die Kosten für die Krankenkassen. Senioren könnten so länger in ihren eigenen vier Wänden leben.

Der aus den Niederlanden stammende Medikamentenspender erinnert die Patienten zu vorher festgelegten Zeiten per Tonsignal daran, dass sie ihre Tabletten einnehmen müssen. Der Pflegedienst fülle das Gerät einmal pro Woche auf, erläuterte Dirk Tietz, stellvertretender Pflegedienstleister der Sozialstation Melle. Die Zentrale werde sofort benachrichtigt, wenn die Tabletten aus dem Spender nicht entnommen würden. Auch die Abstimmung verschiedener Medikamente werde durch diese Technik leichter.

Foto: Andrea Damm /pixelio.de

Das Gerät zur Überwachung der Flüssigkeitsaufnahme sei völlig neu entwickelt worden und bislang noch nicht auf dem Markt. Es registriere mit Hilfe einer Waage die aus einer Flasche entnommene Menge. Dem Patienten wird ähnlich einer Ampel anhand von Farben signalisiert, ob er etwas trinken sollte. Mangelnde Flüssigkeitsaufnahme sei bei älteren Patienten ein häufiger Grund für die Einweisung in ein Krankenhaus, sagte Lucas-Nülle.

Die Patienten hätten auch ein Sicherheitsarmband getestet, das den Schlaf-Wach-Rhythmus überwacht. Es hat auch eine Notruffunktion und wurde für gut befunden. Nach Ansicht des Fachleiters werden ambulante Dienste ohne solche Hilfsmittel in Zukunft nicht mehr auskommen. Es gebe immer weniger Fachkräfte, die alte Menschen pflegen könnten. Gleichzeitig wachse die Zahl der alten Menschen, die in Ein- oder Zwei-Personen-Haushalten lebten.

Quelle: Evangelischer Pressedienst