Berlin Der Verwaltungsrat der Barmer GEK lehnt die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte private Pflege-Zusatzversicherung ab. „Das Umlagesystem ist eindeutig besser geeignet, die Pflege nachhaltig finanziell zukunftssicher zu machen“, so Holger Langkutsch, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Barmer GEK.

Eine menschenwürdige Pflege brauche strukturelle Reformen, vor allem einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff. Die auch von Wissenschaftlern und der Wirtschaft kritisierte private Pflege-Zusatzversicherung berge demgegenüber das Risiko, ähnlich wie die Riester-Rente vor allem bürokratischen Mehraufwand zu produzieren. „Geringverdienern wird es außerdem schwer fallen, die an den staatlichen Zuschuss geknüpften Bedingungen zu erfüllen“, so Langkutsch. Nach den Plänen der Koalition soll den Staatszuschuss von 60 Euro jährlich nur bekommen, wer selbst mindestens 120 Euro in seine private Zusatzversicherung investiert. Außerdem sähen sich Ältere mit deutlich höheren Beiträgen konfrontiert.

Die Politik müsse sich fragen lassen, ob es in Zeiten globaler Finanzkrisen vertretbar sei, kapitalgedeckte Vorsorgemodelle zu fördern. Langkutsch: „Das ist für uns der falsche Weg, auch wenn man Risikozuschläge und Gesundheitsprüfungen verhindert hat.“ Dennoch bleibe es bei der grundsätzlichen Zustimmung der Barmer GEK zum Pflege-Neuausrichtungsgesetz und den darin unter anderem vorgesehenen besseren Leistungen für Demenzkranke.

 

Quelle: Barmer GEK