Foto: Senioren-Ratgeber/Roland Zell

Schlagen Influenzaviren zu, kann jeder Mensch auf der Nase liegen. Senioren gelten allerdings als besonders gefährdet. Der Virologe Roland Zell erklärt im „Senioren-Ratgeber“, warum. Winterzeit ist Grippezeit. Viele Menschen niesen, husten und schniefen, werden aber vor Schlimmerem verschont.

Bei manchen schlägt die echte, also die saisonale Grippe, allerdings so richtig zu. Sie bekommen hohes Fieber, leiden unter Schüttelfrost und fühlen sich elend. Da Ältere leicht eine Influenza bekommen können, wird für Menschen ab 60 Jahren die Grippeimpfung empfohlen. Dr. Roland Zell, der am Institut für Virologie und antivirale Therapie im Universitätsklinikum Jena arbeitet, sagt, was Senioren beachten sollten.

Winterzeit ist Grippezeit. Viele Menschen niesen, husten und schniefen, werden aber vor Schlimmerem verschont. Bei manchen schlägt die echte, also die saisonale Grippe, allerdings so richtig zu. Sie bekommen hohes Fieber, leiden unter Schüttelfrost und fühlen sich elend. Da Ältere leicht eine Influenza bekommen können, wird für Menschen ab 60 Jahren die Grippeimpfung empfohlen. Dr. Roland Zell, der am Institut für Virologie und antivirale Therapie im Universitätsklinikum Jena arbeitet, sagt, was Senioren beachten sollten.
Herr Zell, warum kann die echte Grippe für Ältere gefährlich werden?
Ältere Menschen besitzen im Vergleich zu jüngeren generell ein schwächeres Immunsystem. Infektionen verlaufen bei ihnen daher häufig schwerer als bei einem gesunden jungen Mensch. Hinzu kommt, dass viele Ältere an Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Krankheiten leiden. Die können den Verlauf von Infektionskrankheiten ungünstig beeinflussen.

Verläuft die Influenza bei älteren Menschen anders oder heftiger? Fast jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens mehrere Infektionen mit dem Grippevirus durch. Dabei bildet sich ein sogenanntes immunologisches Gedächtnis aus. Das Immunsystem reagiert dadurch bei einer erneuten Infektion mit dem Grippevirus wesentlich schneller. Die Grippe bricht nicht aus oder verläuft deutlich milder. Allerdings haben die Gedächtniszellen, die unter anderem für die schnelle Immunantwort verantwortlich sind, eine begrenzte Lebensdauer und nehmen mit zunehmendem Alter ab. Das bedeutet, dass das Abwehrsystem eines älteren Menschen den Erreger häufig nicht so schnell bekämpfen kann. In Folge verläuft die Influenza stärker und hält länger an. Manchmal entwickelt sich sogar zusätzlich eine lebensbedrohliche, bakterielle Lungenentzündung.

 

Das ganze Interview: Senioren-Ratgeber