(ddp direct) Das Bundesministerium für Gesundheit rief das Jahr 2011 zum “Jahr der Pflege” aus und versuchte so auf die zunehmende Belastung der Gesundheitssysteme in der 24 Stunden Pflege und der Betreuung von Senioren zu reagieren. Doch vor allem die ambulanten Pflegedienstleister sehen trotz guter Vorsätze eher eine Untätigkeit der Politik. Gerade in der Versorgung der zuhause betreuten Personen sehen wir erhebliche Defizite so Werner Tigges, Vorsitzender des Bundesverbandes der Vermittlungsagenturen (BHSB).

Deutsche und polnische Agenturen arbeiten gemeinsam

Aktuell gibt es eine neue Zusammenarbeit zweier großer Verbände, die ihre Mitglieder besser politisch vertreten wollen. Dabei handelt es sich um den BHSB, den Bundesverband Haushaltshilfe und SeniorenBetreuung e.V., den größten seiner Art in Europa und den polnischen Verband SAO, in dem polnische Unternehmen aus der Betreuungsbranche zusammengeschlossen sind. Die gemeinsamen Ziele lassen sich in drei Hauptaufgaben zusammenfassen: die Bekämpfung der illegalen Beschäftigung, die Weiterentwicklung der 24 Stunden Betreuung und die Festlegung auf Qualitätsstandards in der Seniorenbetreuung.

Dabei steht vor allem die öffentliche Aufklärung gegenüber den Gefahren und Folgen der illegalen Beschäftigung im Vordergrund. “Suche Pflegehilfe aus Polen zur 24 Stunden Pflege, 1000  im Monat, Kost und Logis frei.” So sehen gängige Stellenanzeigen aus. Dabei handelt es sich mit Sicherheit um illegale Beschäftigungen. Das Hessische Sozialministerium schätzt die Zahl der illegal Beschäftigten in Privathaushalten auf 200.000 bis 500.000.

Was genau sind nun die Gefahren der illegalen Beschäftigung? Am offensichtlichsten ist der entstehende volkswirtschaftliche Schaden. Durch die nicht angemeldete Beschäftigung werden für den Arbeitsplatz keine Sozialabgaben wie Rentenversicherung und Krankenkassenversicherung abgeführt, was insgesamt laut Zoll.de einen gesamtvolkswirtschaftlichen Schaden in Bezug auf Schwarzarbeit für das Jahr 2010 einschließlich der Steuerschäden von 750 Millionen  ausgemacht hat.

Und selbstverständlich sind die illegal Beschäftigten mit vielen Nachteilen konfrontiert. Arbeitnehmerschutzgesetze gelten quasi nicht, da keine Überprüfung von außen stattfindet. Dabei gibt es keine Absicherung im Krankheitsfall, bei einem Unfall oder die Inanspruchnahme von Rentenbezügen im Alter. Der Vorsitzende der SAO Rafal Rzezniczak: Gerade den polnischen Betreuer/innen wollen wir deutlich machen, wie gefährlich eigentlich die Schwarzarbeit ist und dass die Betreuer/innen keinerlei Schutz genießen.

Bei all diesen Folgen und Nachteilen sind die gesetzlichen Folgen durch Bußgelder oder sogar Haftstrafen noch nicht angesprochen.

Der BHSB und der polnische Verband SAO wollen nun diese Situation gemeinsam für die Familien und auch die Pflegekräfte verbessern. Dabei geht es vor allem darum, das Unrechtsbewusstsein innerhalb der Bevölkerung für die Ungerechtigkeit der Schwarzarbeit zu schärfen und legale Alternativen aufzuzeigen. Auch gilt es mit Behörden und Ämtern -die bisher eher die Augen vor dem Problem verschlossen haben- gemeinsam eine Strategie zur Verbesserung der Situation zu erarbeiten. 2012 ist nun das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen; durch die neuerliche Kooperation könnte es nicht nur ein Jahr der Debatte sein.

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=== Polnischer Verband der Betreuungsagenturen (SAO) ===

Der Polnische Verband der Betreuungsagenturen (SAO) ist eine im Rahmen des Verbandes der Beschäftigungsagenturen (SAZ) tätige Organisation, in der Unternehmen aus der Betreuungsbranche zusammengeschlossen sind. SAO wurde kraft Beschlusses des SAZ-Vorstands am 2. Dezember 2010 ins Leben gerufen. Er erfüllt die Funktion eines Beirats im Bereich der Tätigkeit der Beschäftigungsagenturen, die Betreuungsdienstleistungen für ältere Menschen erbringen. Sein Ziel ist es, ein positives Bild der Betreuungsagenturen zu vermitteln und sie zu unterstützen. Durch gemeinsames Handeln wollen SAO-Mitglieder die höchsten Qualitätsstandards in Seniorenbetreuung erstellen sowie Vorteile der legalen Beschäftigung im Betreuungsbereich zu fördern.

=== Bundesverband Haushaltshilfe und SeniorenBetreuung e.V. (BHSB) ===

Der Bundesverband Haushaltshilfe und SeniorenBetreuung e.V. (BHSB) ist der größte europäische Branchenverband.

Neben der Organisation von Branchentreffen aller Art und organisierten Betreuertreffen ist vor allem das ständige Engagement für Transparenz, Professionalität und Einhaltung der hohen Qualitätsstandards die tägliche Arbeit des Bundesverbands.

Die Gründungsversammlung fand am 3.12.2007 statt. Der Verband wird geführt unter VR 31239 B lfd. Nr. 1, Amtsgericht Charlottenburg. Das Finanzamt Gießen hat die Gemeinnützigkeit unter der Str.Nr. 02022400246 festgestellt.

Vermittlungsagenturen und Angehörige sowie Betreuerinnen schlossen sich mit dem Ziel zusammen, der 24-Stunden-Betreuung in Deutschland eine Stimme zu geben und zu fördern. Durch Einführung von Qualitätsstandards für seine Mitglieder, den Dialog mit Ministerien und Ämtern, sowie Aufklärung durch Medien und Internet arbeitet der Verband an der Verbesserung der 24 Stunden Betreuung durch osteuropäische EU-Bürger.

Oberstes Ziel ist es, mehr Sicherheit für alle beteiligten Parteien zu schaffen und langfristig Pflegefamilien sowie osteuropäische Betreuer davon zu überzeugen, dass nur durch die Vermittlung einer seriösen Agentur diese Sicherheit gewährleistet werden kann.

Kontakt: Polnischer Verband der Betreuungsagenturen (SAO) Werner Tigges Neuenhöfe 16 33178 Borchen wtigges@bhsb.de +49 (5251) 8781102 http://www.bhsb.de

 

Quelle: Presseschleuder.com