Als absolut unzureichend kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband die pflegepolitischen Pläne des Bundesgesundheitsministers anlässlich der heute stattfindenden Verbändeanhörung. Die angekündigten punktuellen Verbesserungen könnten eine nachhaltige Strukturreform nicht ersetzen. Der Verband fordert die zügige Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und legt einen eigenen umfassenden Forderungskatalog zur Reform der Pflegeversicherung vor. 

„Um auch in Zukunft eine würdige Pflege für alle Menschen sicherzustellen, darf die Politik nicht länger Zeit mit Schönheitsreparaturen und Mini-Reformen vergeuden“, so Dr. Eberhard Jüttner, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes. Kein Weg führe an der Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs vorbei, der den tatsächlichen Hilfe- und Unterstützungsbedarf realitätsgerecht abbildet. Gleichzeitig müsse die Pflegefinanzierung auf eine solide Grundlage gestellt werden. „Wir brauchen endlich die Pflegereform aus einem Guss, die uns diese Koalition vor zwei Jahren versprochen hat. Wer ein Haus bauen will, kann nicht mit dem Balkon anfangen, nur weil er für den Rest das Geld noch nicht zusammen hat“, so Jüttner.

Neben der sofortigen Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs fordert der Paritätische den solidarischen Ausbau der bestehenden Pflegeversicherung zu einer sozialen Bürgerversicherung sowie veränderte Rahmenbedingungen mit dem Ziel, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten.

Den umfassenden Forderungskatalog des Paritätischen mit Lösungsvorschlägen für die inhaltliche Gestaltung einer Pflegereform im Detail, finden Sie hier:

http___www.der-paritaetische.de_index.php_eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=_uploads_media_120213_DPWV_Forderungen_Pflegepolitik_2012_final

 

Quelle: Der Paritätische