Berlin Die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmer haben sich kaum verbessert stellt der Sozialverband VdK fest. Der Sozialverband VdK Deutschland fordert die Bundesregierung auf, mit der stufenweisen Einführung der „Rente mit 67″ nicht bereits im Jahr 2012 zu beginnen.

„Der allgemeine Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt geht an den meisten älteren Arbeitnehmern vorbei. Wenn nur 9,3 Prozent der 64-Jährigen einer Vollzeitbeschäftigung nachkommen, Frauen in dieser Altersgruppe sogar nur zu 5,5 Prozent, dann sind die Voraussetzungen für eine Anhebung der Regelaltersgrenze noch nicht gegeben“, betonte Ulrike Mascher, die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland.

„Wer künftig nicht bis 67 arbeiten kann, muss für zwei Jahre vorzeitigen Rentenbeginn zusätzliche 7,2 Prozent Renten-Abschlag in Kauf nehmen. Eine Anhebung der Regelaltersgrenze von 65 auf 67 würde zu Rentenkürzungen führen und das Risiko der Altersarmut für viele Menschen weiter erhöhen“, erklärte Mascher.

„Bevor man die Rente mit 67 startet, muss man zunächst dafür sorgen, dass Arbeitnehmer bis 65 gesund in einer Erwerbsarbeit bleiben, von der sie auch leben können. Um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten, brauchen wir mehr Weiterbildung und Gesundheitsförderung in den Unternehmen. Das machen aber nur ein Fünftel der Betriebe“, betonte die VdK-Präsidentin.

Als „erschreckend“ bezeichnete Mascher in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Lebenserwartung von Geringverdienern seit 2001 um zwei Jahre zurückgegangen ist. „Schlechte Arbeitsbedingungen und Niedriglohn machen krank, verursachen Altersarmut und lassen die Menschen früher sterben. Hier müssen Politik und Wirtschaft gegensteuern, damit die Spaltung der Gesellschaft nicht weiter voranschreitet“, forderte die VdK-Präsidentin. (Michael Pausder, Pressesprecher)

 

Quelle: VDK.de