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Frankfurt am Main Wer schwerkrank und ohne Aussicht auf Heilung ist, möchte meist lieber zuhause gepflegt werden. Die palliativmedizinische Betreuung versucht Patienten genau das zu ermöglichen. Ärzte, Apotheker, Pflege- und Hospizdienste, Psychologen und Physiotherapeuten begleiten den Patienten gemeinsam, um ihm und seinen Angehörigen in menschlicher, medizinischer und pflegerischer Hinsicht beizustehen.

Apothekern kommt in der Palliativbetreuung eine Schlüsselrolle zu. Nach dem Arzt sind sie die erste Anlaufstelle, wenn es um Medikamente zur Linderung der Beschwerden des Patienten geht. Weiterhin weisen sie den Weg zu professionellen Angeboten wie Pflegestellen.

Umfassende Fortbildungen schulen Apotheker in der Palliativpharmazie. In Hessen haben zahlreiche Apotheker dieses Angebot wahrgenommen. Sie erwerben dabei nicht nur Fachkenntnis, sondern auch Wissen über die Besonderheiten der palliativen Therapie und Pflege. „Auch ethische und rechtliche Fragen sowie Gedanken zum Prozess des Sterbens und der Trauer werden behandelt, denn der Umgang mit den Betroffenen erfordert Empathie und Sensibilität“, so Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

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Auf Palliativpharmazie spezialisierte Apotheken decken das ganze Dienstleistungsspektrum für die ambulante Palliativversorgung ab. Sie verfügen über einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst, um Menschen jederzeit zum Beispiel mit Infusionspumpen oder künstlicher Ernährung versorgen zu können. Dabei arbeiten sie eng mit spezialisierten Ärzten zusammen. Palliativen Beistand kann aber jede Apotheke leisten.

Patienten und Angehörige sind in der Anfangszeit sehr unsicher. Sie wissen nicht, wann und wie Medikamente eingenommen werden müssen, welche Wirkungen die Arzneimittel haben oder welche Nebenwirkungen möglich sind. Apotheker schulen Betroffene in der richtigen Dosierung und Einnahme und kontrollieren auf Wunsch stets die komplette Medikation, um Doppelverordnungen und Wechselwirkungen zwischen Medikamenten auszuschließen. Das ist insbesondere wichtig, wenn Patienten von mehreren Ärzten betreut werden. Daher ist es a ratsam, sich einen Stammapotheker zu suchen, der die komplette Medikation überwacht und auch alle notwendigen Arzneimittel stets vorrätig hält.

Zu der Beratung des Apothekers zählt auch die Aufklärung über die zu erwartenden Ergebnisse der Medikation. Häufig müssen unrealistische Hoffnungen in die Therapie behutsam korrigiert werden. „Eine völlige Beschwerdefreiheit wird es durch die Medikamente in diesem Stadium einer Erkrankung nicht mehr geben, nur eine bestmögliche Beschwerdelinderung. Wenn der Patient das weiß, kommt er meist viel besser mit seiner Therapie zurecht, als wenn er auf eine Beschwerdefreiheit wartet, die nicht eintritt“, erklärt Erika Fink. Ebenso klammern sich manche Patienten an vermeintliche Wundermittel aus der Werbung, die im schlimmsten Fall die Wirkung der verordneten Medikamente beeinträchtigen.

Weiterhin gehört es zu den Aufgaben des Apothekers, den Patienten und seine Angehörigen auf akute Probleme mit der Medikation vorzubereiten. Es kann immer passieren, dass am Wochenende oder nachts neue Medikamente gebraucht werden. Hier müssen Angehörige vorsorgen. Dazu gehört die ständige Kontrolle,

ob für das Wochenende oder Feiertage ausreichend Medikamente vorhanden sind und Kenntnis über die diensthabenden Apotheken. Notdienstapotheken können jederzeit unter www.apothekerkammer.de abgerufen oder unter der Telefonnummer 01801 / 555 777 9317 erfragt werden. Bei Krankenhaus-Entlassungen am Wochenende sollte Sorge getragen werden, dass von dem Krankenhaus ausreichend Medikamente mitgegeben werden, um die Medikamenteneinnahme zu sichern bis der Hausarzt wieder geöffnet hat.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Quelle: Newsmax.de