Elmshorn(gk) An einem trüben Oktobertag in der Tagespflegestätte “Aktiv Leben – aktiv Pflegen” zwischen Elmshorn und Glücksstadt. Familie Huk hat Sophie Rosentreter (35) von “Ilses weite Welt” eingeladen. Die Hamburgerin produziert Filme für Menschen mit Demenz und wollte in der Tageseinrichtung nun ihren neuesten Film vorstellen. Die Zahl der Tagesgäste verdoppelte sich und es saßen nun erwartungsvoll 14 Senioren um den Tisch versammelt – alle zeigen demenzielle Veränderungen und befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Krankheit.

Tagespflege "Aktiv leben - aktiv pflegen"

Die Mitarbeiter/innen der Tagespflege “Aktiv Leben – aktiv Pflegen” in Raa-Besenbek (liegt zwischen Elmshorn und Glückstadt), hatten alles gut vorbereitet. Im Vorfeld wurden die Tagesgäste bzw. deren Angehörigen befragt, wer denn teilnehmen kann/möchte. Nur so kam es dann auch zu der tollen Teilnehmerzahl.

Zu Beginn wurde der Speiseraum noch schnell umgebaut, das mitgebrachte Kamera- und Tonteam baute alles für die Aufnahmen auf. Einen Kaffee noch für alle und dann konnte es losgehen. Schon die ersten Minuten des neuen Films brachten die Teilnehmer zum Strahlen – da gab es eine Hundemutti mit acht Welpen zu bestaunen. Ein Raunen ging durchs Zimmer, viele lächelten und fühlten sich zurückerinnert, weil sie früher auch einen Hund hatten. Und so gelang es Sophie Rosentreter sehr schnell, die Tagesgäste auf ihre “Reise” mitzunehmen. Immer wieder wurden die Männer und Frauen miteinbezogen in das, was gerade auf der Leinwand lief. Der mitgebrachte Muff mit Hundekopf, Schlappohren und Schwanz fand alsbald eine Abnehmerin, die sichtlich ihren Spaß damit hatte.

Vorbereitung auf den Dreh

Durch ihre unverwechselbare Art schaffte es Sophie Rosentreter sehr schnell, die Tagesgäste auf ihre „Reise“ mitzunehmen. Immer wieder wurden die Männer und Frauen mit einbezogen in das, was gerade auf der Leinwand lief. Der mitgebrachte Muff fand alsbald eine Abnehmerin, die sichtlich ihren Spaß damit hatte.

Nach der ersten Sequenz im Hundekorb sah die inzwischen bestens gelaunte Runde noch den ersten Ausflug der Welpen in den Garten. Wieder ging ein Raunen durchs Zimmer und Sophie Rosentreter wiederholte gerne, dass es acht Welpen sind. Eines konnte sich immer verstecken. Auch die mitgebrachten Fotokarten mit verschiedenen Hunden wie Dackel oder auch Pudeln gingen von Hand zu Hand und wurden staunend begutachtet. Manch einer erzählte sogleich, dass er oder sie auch mal einen Hund hatte. So entwickelte sich eine angeregte Kommunikation zwischen und unter den Gästen.

Wirklich alle hatten ihre Freude

Doch es sollte nicht nur bei den Hunden bleiben, die Filmproduzentin zeigte dann noch Ausschnitte aus ihrer DVD “Ein Tag im Tierpark” und ließ hierzu einige Plüschvögel durch die Reihen gehen. Man konnte förmlich zusehen, wie die Teilnehmer weiter „auftauten“ und sich entspannten. Nach dem Borstenschwein und den Rehen wurde es schließlich musikalisch: Nach Liedern wie “Wenn alle Brünnlein fließen” oder auch “Lili Marlen”, legte Sophie mit einem Gast zu “Ein Schiff wird kommen” noch eine kesse Sohle aufs Parkett.

Zum Schluss waren sich alle einig: Es war wirklich eine sehr schöne Präsentation, für die Frau Rosentreter einen sehenswerten Querschnitt ihrer Filme für Menschen mit Demenz gewählt hatte. Die angenehme, entspannte Atmosphäre, die entstanden war, trug dazu bei, dass alle Teilnehmer von der Vorführung begeistert waren. “Wir kommen ja sonst nicht mehr raus. So konnten wir nochmal an der Natur teilhaben” erwähnte ein Teilnehmer der kleinen Männerrunde, zu der sich Sophie gern gesellte.

Tanz

Der Lohn eines Schauspielers oder Musikers ist der Applaus – der Lohn an diesem Tag heute waren fröhliche, zufriedene Gesichter von den Gästen der Tagespflegestätte. Ein Gast mit sichtlichen Wortfindungsstörungen hatte zuvor bei den Liedern laut und deutlich mitgesungen, ein anderer, zunächst teilnahmsloser Gast, war zunehmend aufgetaut und zum Schluss hatte sich sogar rege beteiligt.

Demenzfilme, wie sie Sophie Rosentreter produziert, seien eine tolle Möglichkeit der Beschäftigung – das befand im Anschluss auch die Pflegedienstleitung. Ein besonderer Dank geht vom Elmshorner Gregor Kloeters, Geschäftsführer von www.dewia.de und Initiator dieser Veranstaltung, an die Familie Huk, die diese Veranstaltung ermöglicht hat und selbstverständlich an Sophie Rosentreter, die sich diese Stunden von ihrer knappen Zeit für uns und vor allem für die Teilnehmer genommen hat.

Gregor Kloeters, Geschäftsführer www.dewia.de

P.S.: Wir bitten die teilweise schlechte Bildqualität zu entschuldigen