Es gibt immer mal etwas zu reparieren

Elmshorn(gk) Mit der Überschrift einer Pressemeldung, titelt der Anbieter  „Die Eltern gut versorgen. Alternativen zu teuren Dienstleistern„. Hintergrund der Internetplattform http://mitwohnen.org ist die Vernetzung alleinstehender älterer Menschen, mit jungen Menschen deren Geldbeutel meist schmal ist. Angesprochen werden hier vor allem die Senioren und Seniorinnen, die sich keine „teuren Dienstleister“ ins Haus holen wollen. Doch was ist „teuer“? Schüler, Auszubildende oder auch Studenten sind in der Regel finanziell nicht auf Rosen gebettet. Deshalb dachte sich wohl der Begründer der Webseite, könnte man ja finanziell schwächere Menschen mit denen zusammenbringen, die günstig oder gar mietfreien Wohnraum anbieten. Als Gegenleistung, so das Konzept, sollen die jungen Bewohner dann verschiedene Dienstleistungen wie einkaufen, Konzertbesuche oder auch kleinere Reparaturen übernehmen. Selbst Behörden- oder Amtsgänge werden dann gemeinsam erledigt.

Wie dies in der Praxis aussieht kann man nur erahnen – schließlich sind Auszubildende und Schüler meist selbst fast ganztätig außer Haus.

Foto: Gerd Altmann/pixelio.de

Einzige Ausnahme könnten hier die Studenten darstellen, die trotz Vorlesungen noch einen recht variablen  Tagesablauf haben. Aber auch ältere Menschen, die ihre Kosten niedrig halten müssen (kleine Rente etc.) können hier fündig werden.

Als Gegenleistung erhalten die Bewohner dann einen Mietvertrag, „der um einen Dienstleistungsvertrag“ erweitert wird, der „die Dienstleistungen grob beschreibt“.

Somit bleiben dennoch einige Fragen offen: Wie hoch ist der tatsächliche Stundenlohn und wieviel Vertrauensvorschuss geben ältere, hilfebedürftige Menschen wirklich? Vor allem – gibt es Menschen, die vielleicht für umgerechnet 2 Euro die Stunde unter die Arme greifen?

Ein Beispiel: Beide Vertragsparteien einigen sich darauf, dass der Mieter an 20 Tagen eine Stunde etwas vorliest bzw. Gesellschaft leistet. Kosten für die Dienstleistung im Nebenvertrag: 100 Euro. Miete insgesamt: 350 Euro. Soll heißen die Miete „schrumpft“ auf 250 Euro, bei umgerechnet 5 Euro die Stunde. (wenn man denn pünktlich nach einer Stunde den Dienst quittiert). Sollte man hier gar „mietfrei“ aushandeln, bleibt die Frage, wo ein professioneller Dienstleister in diesem Bereich, da noch „teurer“ sein soll?

Fazit: Eine neue, im Grunde gute, Idee, die gerade erst am Anfang ist. Mal sehen, wo es hingeht und ob unsere Fragen einmal eine Antwort finden. Bis dahin sollte jeder selber abwägen, was „teuer“ ist, zumal es schon eine Vielzahl an Dienstleistungen gibt, die ein gutes bis sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis haben.

Bei dauerhaft benötigter Hilfe, könnte man u.a. zum Beispiel an eine 24 Stundenhilfe denken.

Quelle: Relevant