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München(gk) Normaler Weise sieht man in der reichsten Metropolen Deutschlands immer nur die „Schickaria“ – die Schönen und Reichen oder die Besserverdiener. Die neuesten Zahlen liegen der „tz“ vor – die Bedürftigkeit wächst stetig, so die Chefin des Sozialreferates Brigitte Meier (SPD). Sie stellte kürzlich den aktuellen Sozialbericht vor.

 

Sozialbericht der Sozialreferats München - mehr Senioren benötigen Unterstützung

Der mehr als 100-seitige Bericht spricht von Armen, Alten, Kranken und Flüchtlingen, gegenüber der „tz“ jedoch sagte Meier die Zusammenfassung in 3 Worten:“Alle Zahlen steigen“. Hartz IV, Sozialhilfe, Wohngeld, Schulden und Pleiten – wo die Experten hinschauten, entdeckten sie mehr Bedürftigkeit als im Vorjahr. „Das sind die Schattenseiten von Wachstum und Zuzug, die wir bewältigen müssen“, sagt Meier. Rund 650 Millionen Euro an Sozialleistungen verteilte die Stadt unter den Münchnern, die nicht mit den Hochqualifizierten und Hochbezahlten Schritt halten können. Die Sozialreferentin ist noch zufrieden: „Wir haben die Situation gut im Griff“, sagt Meier. Andere Städte wären froh über so wenig Armut.

In München gibt es derweil Arbeit für viele – aber nicht für alle. So ist nach der Talfahrt in der Wirtschaftskrise und trotz des Anstiegs der Wirtschaft, der Aufschwung bei den Hartz IV-Empfängern nicht angekommen. Im Gegenteil – die Zahl stieg sogar leicht an auf rund 76.000 Menschen. Etwas stäker stieg hingegen die Anzahl der armen Kinder – bei den Kindern mit Migrantionshintergrund auf rund 43%.

Bemerkenswert ist der Anstieg der bedürftigen Senioren – um 6% stieg die Anzahl auf rund 11.000 Menschen. Hier gibt die Stadt München rund 200 Millionen Euro aus. Unter anderem auch für die gestiegene Zahl derer, die z.B. Zuschüsse für die Pflege erhalten.

Circa 57.000 Müchener Familien gelten als verschuldet bzw. überschuldet. Nahezu 8000 Haushalte erhalten überdies Wohngeld – im Schnitt 111 Euro. Hier ist ebenfalls ein starker Anstieg zu vermelden.

 

Quelle: tz