Elmshorn(gk) Am 21.September 2011 war Welt-Alzheimer-Tag. Weltweit wurde hier in verschiedenen Veranstaltungen oder Radio- und Fernsehbeiträgen an die Krankheit des „vergessens“ erinnert. Auch das ZDF zeigte im „Auslandsjournal“ etwas über ein besonderes Dorf in Kolumbien.

Gelingt es den Forschern, einen Impfstoff zu entwickeln?

Die Region Antioquia im Norden Kolumbiens ist sehr reich an Bodenschätzen wie Gold und Silber. In dieser Region gibt es ein Dorf, in dem eine Krankheit die Idylle und das Glück der Menschen stört. Fast die Hälfte der Einwohner dieses Dorfes, erkrankt mit Ende 40 bereits an Alzheimer. Früher dachte man, dass diese Menschen verflucht seien und Gott ihnen nicht beistünde.

Heute jedoch wissen die Dorfbewohner, dass eine genetische Mutation für das häufige auftreten der Krankheit ist. Dieser gendefekt bewirkt, dass Generation um Generation an Alzheimer erkrankt.

Das ZDF berichtet in seinem Fernsehbeitrag von Oderis, einem 51-jährigen Mann, der bereits vor 5 Jahren an Alzheimer erkrankte. Damit noch nicht genug: seine Schwester, 61, ist bereits vor 16 Jahren an Alzheimer erkrankt. Eine weitere Schwester sorgt sich nun darum, ob sie es wohl auch erwischt – zumal auch 3 ihrer Onkel, der Vater und die Großmutter bereits daran erkrankten.

Im Provinzkrankenhaus von Medellín forschen Mediziner um ihren Vorreiter Dr. Francisco Lopara. Sie wollen ein Medikament entwicklen, welches den Ausbruch von Alzheimer verlangsamt bzw. eindämmt. Ein ehrgeiziges Ziel was sich hier die Ärtzeschaft vorgenommen hat. Dies ist in der gesamten Welt jedoch nicht unerkannt geblieben und so schaut heute die internationale Alzheimerforschung in Richtung Kolumbien auf Lopara und sein Team. Dieser führte erstmals Untersuchungen an den Trägern der Erbkrankheit durch noch bevor sie erkrankten.

Dazu untersuchen er und sein Team die Stammbäume der Dorfbewohner. Sie schauen, welche Familienmitglieder in der Vergangenheit an Alzheimer erkrankten und welche verschont blieben. Anschließend vergleichen sie ihre Aufzeichnungen mit den Ergebnissen des Gentests. Dabei wird das Erbgut von mehr als 300 Probanden untersucht. Die Mediziner werten aus, wer Träger des Gendefekts ist und wer nicht.

Die Forscher aus Kolumbien geben nun Millionen Alzheimerpatienten weltweit wieder ein bisschen Hoffnung. Lopara und sein Team haben hierbei einen großen Traum: Sie  wollen helfen vielleicht sogar einen Impfstoff zu entwickeln – gegen das Vergessen.

Quelle: ZDF