Koblenz(dpa) Wann ist eine Wohnung oder ein Haus, „seniorengerecht“? Laut einem Urteil des Oberlandesgerichts in Koblenz, ist es nicht zwingend Voraussetzung,  die Wohnung/das Haus, nicht mit dem Rollator oder Rollstuhl begehen zu können. Dies berichtet n-tv.

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Eine „seniorengerechte“ Wohnung, muss nicht vollkommen barrierefrei sein. Ableiten kann man aus dem Begriff „seniorengerecht“ eben nicht, so das OLG (Oberlandesgericht) , dass die Wohnung auf eine bestimmte Weise ausgestattet sein müsse. Insbesondere sei der Begriff nicht gleich bedeutend mit der Bezeichnung «behindertengerecht», entschieden die Koblenzer Richter (Aktenzeichen: 10 U 1504/09).

Mit seinem Urteil sprach das Gericht einem Bauunternehmen den Restlohn von über 15.000 Euro zu. Dieser wurde von einem Bauherrn mit dem Vorwurf zurückgehalten, dass die vertraglich vereinbarte Eigenschaft „seniorengerecht“ nicht erfüllt wurde, weil die Wohnung nicht völlig barrierefrei sei. So „verrechnete“ der Bauherr den Restlohn mit seinem Anspruch auf Schadenersatz.

Das OLG ließ diesen Einwand eben nicht gelten. Man muss sich in einer „seniorengerechten“ Wohnung eben nicht unbedingt mit einem Rollstuhl oder Rollator bewegen können. Auch Haltegriffe an Bad und WC gehören nicht zur Begrifflichkeit. Bei allen Gebrechen und Erschwernissen die im Alter auftreten können, muss im Umkehrschluss nicht jeder behindert sein.

Somit ist es auch in der Begrifflichkeit noch ein weiter Weg zwischen „seniorengerecht“, „barrierefrei“ und „behindertengerecht“. Hier besteht augenscheinlich noch Aufklärungsbedarf.

Quelle: n-tv