Bonn Die Bundesnetzagentur schiebt dem telefonischen Betrug von Senioren einen Riegel vor, zumindest zum Teil. Das Münchner Unternehmen SIS Senioren Info Services GmbH hatte eine spezielle Variante des Abonnement-Betruges entwickelt und ältere Menschen über automatisierte Werbeanrufe in die Abofalle gelockt. Das Unternehmen darf jetzt nicht mehr abkassieren.

Abgezockt am Telefon

Die Bundesnetzagentur hat der Münchener Firma SIS Senioren Info Services GmbH verboten, für bestimmte Dienstleistungen Abonnementkosten per Telefonrechnung einzuziehen. Zugestellte Rechnungen müssen nicht bezahlt werden. Die Netzagentur empfiehlt den Verbrauchern, bei denen bereits Geld eingezogen wurde, das Geld beispielsweise mit Hilfe von Verbraucherzentralen oder einem Anwalt zurückzufordern.

Zwei Telefonnummern werden abgeschaltet

Die Bundesnetzagentur ordnete außerdem die Abschaltung der Rufnummern (0)89 54319404 und (0)89 54319405 an, über die die SIS Senioren Info Services GmbH die Werbeanrufe getätigt hatte. Die Bundesnetzagentur begründete diese Entscheidung damit, dass die Geschäftspraxis des Unternehmens rechtswidrig sei.

SIS Senioren Info Services GmbH machte Werbung per Bandansage

Die Masche der SIS Senioren Info Services GmbH war frech, denn unerwünschte Werbeanrufe sind verboten. Das Unternehmen rief Senioren an und bot diesen über eine automatische Bandansage einen Auskunfts- und Recherchedienst für ältere Menschen an. Am Ende der Ansage wurden die Angerufenen aufgefordert, „Ja“ zu sagen, um den kostenpflichtigen Dienst zu bestellen.

SIS Senioren Info Services GmbH kassierte ohne Zustimmung

Besonders dreist jedoch war, dass auch Personen, die nicht mit „Ja“ antworteten und damit dem Abonnement nicht zustimmten, anschließend per Schreiben über den Abschluss des Abonnements informiert wurden. Den monatlichen Betrag von 9,95 Euro zog die SIS Senioren Info Services GmbH ab diesem Zeitpunkt einfach direkt über die Telefonrechnung ein. Damit aber ist kein wirksamer Vertrag zustande gekommen, weil die „beiderseitige Willenserklärung“ fehlt.

Wir finden das ist eine riesige Schweinerei! Abzocke, vor allem aber bei Senioren, die sich selten zu helfen wissen, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Zudem macht es seriösen Anbietern von Dienstleistungen für Senioren unnötig das Leben schwer.

Quelle: T-Online