Berlin(gk) Der letzte Zivildienstleistende war noch lange nicht weg, da wurde bereits nach einer Lösung gesucht. Wie stopft man die Lücken, die nun entstehen? Der Abgang des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg und der des ehemaligen Gesundheitsministers Philipp Rösler könnten eine entscheidende Rolle spielen. Ein Kommentar von Gregor Kloeters

Zivi bei der Arbeit

Der eine Minister feilte bereits schon früh an der Abschaffung der Wehrpflicht und der damit verbundenen Zivildienststellen. Der andere Minister wollte nach der Gesundheitsreform, rasch die Pflegereform nachlegen. Doch was hat denn das mit dem neuen Bundesfreiwilligendienst zu tun?

Auf den ersten Blick nicht viel, doch beim genauen hinsehen, kann man es erkennen. Durch den Wegfall der Zivis wurde bereits frühzeitig durch die Wohlfahrtsverbände und Träger auf die drohenden Engpässe hingewiesen. Das, wo in der Pflege eh schon soviel Personal fehlt. Wo wir eigentlich schon beim Gesundheitsministerium und der Pflegereform wären, doch dazu später.

Mittagsservice der Malteser

So wurde der Begriff „Bufdi“ schon früh fast zum Unwort. Denn neben den Verbänden und Trägergesellschaften sind vor allem die „kleinen Leute“ die Leidtragenden – hier die pflegenden Angehörigen. Diesen ist es eigentlich egal woher die Hilfe kommt, hauptsache sie kommt. Zur Zeit wartet man fast vergeblich. Ambulante und stationäre Pflegedienste, sowohl kommunale als auch privat geführte Unternehmen, versuchen die Lücken zu schließen – es bleibt jedoch bei dem Versuch. Trotz neugeschaffener Minijobs beispielsweise für Fahrdienste. Essen auf Rädern musste teilweise schon eingestellt werden. Personal fehlt an allen Ecken.

Wo liegt den das Problem? Wieder einmal war von Hartz-IV-Empfängern die Rede, dann sollten die rüstigen Rentner selbst Dienst am Menschen verrichten. Letztendlich sind es nun die Freiwilligen, die es regeln sollen.

Da diese jedoch fehlen, klingt es nach einer Verschmelzung mit dem einstigen FSJ – dem Freiwilligen, sozialen Jahr. Bevorzugt meldeten sich in der Vergangenheit, junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Diese können sich jetzt aber auch für den Bundesfreiwilligendienst melden. Ja was denn nun? Da streiten sich nicht die Geister, sondern gleich die Ministerien.

Land in Sicht?

Einzig das Gesundheitsministerium ist aus dem Schneider. Die Pflegereform beinhaltet das Thema „Personalnotstand“ anderweitig. Kann sich Röslers Nachfolger Daniel Bahr doch auch nicht so schnell in alle Themen einarbeiten. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, unabgeschlossene Arbeiten mir nichts dir nichts in andere Hände zu geben. Doch so funktioniert eben Politik.

Ich halte es nun einmal, wie ein bekannter Experte aus der Pflege – ich meckere über die Umstände, hab aber auch keine besseren Vorschläge oder Ideen – außer eine:

Wer sich ehrenamtlich betätigen möchte, unabhängig vom Geschlecht, Alter oder Herkunft, kann sich bei regionalen Ehrenamtsvermittlungen melden. Oder eben beim Bundesfreiwilligendienst. Ihre Hilfe ist dringender gefragt, als man es denkt!