Frankfurt/Main Senioren sollten beim Kauf von Rollatoren nicht sparen. Von zehn getesteten Modellen schneiden die teuren Gehhilfen „sehr gut“ beziehungsweise „gut“ ab, berichtet die Zeitschrift Öko-Test. Die günstigeren Produkte waren oft nur sehr schwer in der Höhe verstellbar oder zu sperrig zum Zusammenfalten. Bei fünf Modellen waren die Griffe außerdem mit Weichmachern belastet, die krebserregend sein können.Ein Rollator soll altersschwache und gehbehinderte Menschen mobil machen. Zur Nutzung rät Öko-Test, „immer aufrecht ,im Rollator‘ gehen und über die Arme abstützen, nicht die Gehhilfe weit nach vorne schieben, sonst kann es zu Stürzen kommen.“ Doch gefahrenlos laufen Patienten auch dann nur, wenn das Modell sicher ist. Im Test zeigten aber gerade die günstigeren Kassen-Rollatoren Tücken.

Das Testergebnis

Bestes Modell mit dem Gesamturteil „sehr gut“ war eines der beiden teuersten Produkte, der Gemino 30 von Handicare (399 Euro). Eine stabile Handhabung zeichnet das Leichtgewicht (7,1 Kilogramm) aus. Es lasse sich platzsparend verstauen und sei mit Reflektoren ausgestattet, befanden die Tester. Die Griffe wiesen keine Schadstoffe auf.

Die Beurteilung „gut“ gab es für drei Rollatoren: Diamond Deluxe 2 in 1 Rollator (295,12 Euro) von Drive Medical, Dolomite Jazz 520 von Dolomite (375 Euro) und Topro Troja-M von Topro (399 Euro).

Mit „befriedigend“ wurde das Modell Brado M von Dietz (392 Euro) bewertet. Dieser schmale Rollator lässt sich laut Öko-Test zwar sehr leicht handhaben, allerdings habe er in der Sicherheitsprüfung einige Macken gezeigt.

Zweimal vergaben die Tester nur ein „mangelhaft“: einmal für den Ideal-Rollator von Meyra (118 Euro) und ein weiteres Mal für den Rehaforum Rollator mit Eurobremse von Rehaforum Medical (139 Euro). Beide Testprodukte erwiesen sich, wie Öko-Test informiert, als „wahre Schadstoffkeulen“. Die Griffe enthielten Schadstoffe in rauen Mengen. Nach Bekanntgabe dieser Ergebnisse will Hersteller Meyra nach Angaben des Verbrauchermagazins entsprechend reagieren und den Rollator mit neuen Handgriffen ausrüsten.

Ein Modell erwies sich im Praxistest als schlechte Hilfe, denn es kippte schon bei einer geringen Neigung zur Seite: der Etac Rollator Ono mit Korb (144 Euro). Dieses Modell wurde wie zwei andere Rollatoren mit „ungenügend“ bewertet. Dabei handelt es sich um den Leichtgewichtsrollator RL-120-Vario von Bischoff & Bischoff (208,25 Euro) und den Russka Rollator mit Stockhalter von Russka (99,95 Euro). Sie unterlaufen demnach die Mindestanforderungen der Sicherheitsnorm, hätten auch Probleme mit den Bremsen und wiesen in den Griffen Schadstoffe auf.

Kassen zahlen immer weniger

Wer sich einen Rollator anschaffen möchte oder muss, kann nicht mit einem einheitlichen Festbetrag der gesetzlichen Krankenkasse rechnen. Die Fallpauschalen liegen nach Angaben von Öko-Test je nach Kasse und Region zwischen 30 und 100 Euro. Wer ein hochwertigeres Modell als das angebotene Standardmodell aus Stahl haben möchte, zahlt demnach die Differenz zum Produkt seiner Wahl selbst. Grundsätzlich fällt beim „Rollator auf Rezept“ eine zusätzliche Gebühr an, die zehn Prozent des Verkaufspreises, aber höchstens zehn Euro betragen kann.

Das Verbrauchermagazin macht außerdem darauf aufmerksam, dass der Kunde – wenn er möchte, dass die Krankenkasse zahlen soll – nicht bei jedem Lieferanten das Produkt beziehen kann: Das Sozialgesetzbuch fordere Verträge zwischen Kassen und Fachhändlern, sodass der Patient bei einem bestimmten Sanitätshaus kaufen muss. Wer sich ein Modell in eigener Regie anschafft, habe anschließend in der Regel keinen Anspruch auf Kostenerstattung.

Ausführlicher Test in Öko-Test 08/11

Quelle: Lausitzer Rundschau