Apotheker in Nordrhein informieren
über mögliche Neben- und Wechselwirkungen

Arzneimitteltherapie - Arzneimittelwirkungen - Foto: Alois Müller
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Das Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen besteht vor allem bei älteren Menschen.
Foto: Alois Müller
  • Um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden, sollten sich Patienten vor der Medikamenteneinnahme in der Apotheke beraten lassen.

  • Patienten, die mehrere Arzneimittel einnehmen, können in der Apotheke eine sogenannte Medikationsdatei führen lassen. So werden falsche Dosierungen vermieden und Wechselwirkungen sofort erkannt.

Düsseldorf – Arzneimittel heilen, lindern oder beugen Krankheiten vor. Das gilt aber nur, wenn sie auch richtig angewendet werden. Studien belegen aber, dass insbesondere bei Langzeittherapien nur jeder Zweite sein Medikament wie vorgeschrieben einnimmt. Ein weiteres Problem, an das Patienten zum Teil nicht denken: In Verbindung mit anderen Medikamenten oder Lebensmitteln kann es zu Wechselwirkungen kommen. Durch gezielte Informationen aus der Apotheke können unerwünschte Wirkungen minimiert werden. Gleichzeitig wird dem Patienten Vertrauen in die Arzneimitteltherapie vermittelt, so die Apotheker in Nordrhein.

„Das Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen besteht vor allem bei älteren Menschen“, erklärt Martin Katzenbach, Pressesprecher der Apotheker in Nordrhein. Der Grund: Senioren haben häufig mehrere Grunderkrankungen, die medikamentös behandelt werden. Ein Viertel aller Patienten nimmt regelmäßig mehr als sechs unterschiedliche Arzneimittel ein. Nicht selten werden diese auch noch von verschiedenen Fachärzten verschrieben, so dass die Gefahr von Wechselwirkungen steigt. „Es gibt zahlreiche Arzneien, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen“, sagt Katzenbach. „Zum Beispiel können Johanniskraut-Präparate verhindern, dass andere Arzneimittel ihre volle Wirkung entfalten.“

Weitere Beispiele: Bei gleichzeitiger Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten wie Marcumar oder Heparin besteht eine erhöhte Blutungsgefahr. Kalziumtabletten können die Wirkung von Herzmitteln verstärken. Mögliche Folgen sind Herz-Rhythmus-Störungen. Was viele nicht wissen: Auch Lebensmittel vertragen sich in bestimmten Fällen nicht mit Arzneimitteln. Grapefruitsaft kann die Wirkung von Kopfschmerz- und Schlafmitteln erhöhen. Auch bei der Einnahme von Eisentabletten gibt es einiges zu beachten. Rhabarber, Spinat, schwarzer Tee oder Kaffee enthalten Stoffe, die den Darm dabei hemmen, das Eisen aufzunehmen. „Mit dem fachlichen Wissen und den Informationen des Apothekers lassen sich diese arzneimittelbezogenen Probleme auf jeden Fall lösen“, verspricht Martin Katzenbach. Denn die Gewährleistung der Arzneimittelsicherheit ist eine der Hauptaufgaben der Pharmazeuten.

Wie bedeutsam das ist, zeigen folgende Zahlen: Allein im vergangenen Jahr haben die deutschen Apotheker 8.300 Verdachtsfälle auf Arzneimittelrisiken an ihre Arzneimittelkommission (AMK) gemeldet. Dabei standen die Hauptbeanstandungen im Zusammenhang mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Insbesondere bei der Selbstmedikation ist Vorsicht geboten: Laut einer Studie resultieren 75 Prozent der arzneimittelbezogenen Probleme aus falscher Selbstmedikation. Das heißt, ungeeignete Präparate, falsche Dosierung, Missbrauch oder zu lange Anwendungsdauer. Erfreulich: 90 Prozent der arzneimittelbezogenen Probleme konnten direkt in der Apotheke gelöst werden.

Die Apotheker in Nordrhein raten Patienten, die mehrere Arzneimittel einnehmen, in der Apotheke eine sogenannte Medikationsdatei führen zu lassen. Darin werden alle Medikamente, die der Patient einnimmt, dokumentiert. So werden falsche Dosierungen vermieden und Wechselwirkungen sofort erkannt.

Quelle: Apothekerkammer Nordrhein