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Gronau(pte005) In Deutschland leiden von den rund 20 Millionen Menschen über 60 Jahren, rund 1,6 Millionen an Mangelernährung, so pressetext.com. Hiervon leben rund 1,3 Millionen Menschen zu Hause, der Rest in Alten- und Pflegeeinrichtungen.

„Jeder zweite Krankenhauspatient über 75 Jahre ist bei seiner Aufnahme in die Klinik mangelernährt“, berichte Jürgen Sasse, Chefarzt der Geriatrie am Johanniter-Krankenhaus in Gronau (Leine).

Laut einem Bericht des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) zur Qualität in der ambulanten und stationären Pflege wurden bei 34,4 Prozent der stationär untergebrachten Patienten Mängel bei der Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung festgestellt. Bei den ambulant versorgten Frauen und Männern waren es 29,6 Prozent.

Mit verantwortlich dafür sind physiologische Veränderungen wie ein verringertes Verlangen nach Nahrung (Alters-Anorexie), abnehmende Sinneswahrnehmungen (Geruch, Geschmack, Sehen), eine gesteigerte Aktivität von Sättigungsfaktoren im Magen-Darm-Trakt sowie Veränderungen diverser Botenstoffe und Hormone.

Negative Folgen

„Durch akute Erkrankungen sowie durch Fehl- und Mangelernährung wird der Muskelabbau beschleunigt“, erklärte der Gronauer Arzt gegenüber pressetext. Und durch die Sarkopenie steigt auch das Sturz- und Frakturrisiko. Krankheiten und Medikamente wirken sich negativ auf den Gesamtenergieumsatz bei älteren Menschen aus und bei meist geringerer körperlicher Aktivität nimmt die Körperzellmasse ab.

„Senioren benötigen eine Kost mit erhöhter Nährstoffdichte, der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen – zum Beispiel Vitamin D – bleibt gleich oder ist sogar erhöht“, meint Sasse. Jüngere, zu Hause lebende Senioren, hätten Studien ergeben, nähmen zu wenig Obst, Gemüse, Fisch und Milchprodukte und zuviel tierische Fette zu sich. Neben Vitamin D fehlten ihnen Ballaststoffe, Kalzium und Folsäure.

„Einsamkeit, Armut und mangelnde Einkaufsmöglichkeiten sind Ursachen von Mangelernährung im Alter“, analysiert Sasse. Zudem tragen auch körperliche Einschränkungen wie Schluckstörungen, Lähmungen, Mundtrockenheit, ein schlechter Zahnstatus sowie eine Abnahme des Seh-, Geruchs- und Geschmacksvermögens zur Mangelernähung ebenso bei wie psychische Einschränkungen.

Teufelskreis der Mangelernährung

Kommen soziale, psychische, körperliche, geistige und finanzielle Faktoren zusammen und führen zu schlechten Gewohnheiten oder einer ungünstigen Lebensmittelwahl, entstehe schnell ein „Teufelskreis der Mangelernährung“, warnt der Mediziner. Reduziertes Durstempfinden und Flüssigkeitsmangel etwa könnten zu einer raschen Austrocknung bis hin zum Zusammenbruch des Kreislaufs und der Nierenfunktion führen. „Der Mangelernährte liegt öfter und länger im Krankenhaus, stirbt früher, hat einen verzögerten Heilungsprozess, wird früher ins Heim eingewiesen und erleidet mehr Infektionen“, so das Resümee des Arztes.

Vor allem ältere Menschen sollten daher unbedingt darauf achten, Lebensmittel mit „erhöhter Nährstoffdichte“ zu verzehren, um den Bedarf an essentiellen Nährstoffen sicher zu stellen. Auf dem Speiseplan soll mehrmals täglich Obst, Gemüse sowie Milchprodukte und Fisch stehen. Darüber hinaus sollte auf regelmäßige Mahlzeiten geachtet und auch die körperliche Aktivität nicht vernachlässigt werden., rät der Mediziner abschließend.

Quelle: Pressetext.com

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