So essen Demenzkranke wieder gern

Fingerfood - Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de
Wenn Demenzkranke mit dem Besteck nicht mehr zurechtkommen, ist Fingerfood eine einfache und hilfreiche Alternative.
Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Rund 25 Prozent der Menschen mit einer Demenz sind mangelernährt. Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden oder Schwierigkeiten im Umgang mit dem Besteck sind häufige Gründe. Viele Demenzkranke vergessen auch einfach zu essen und bekommen so nicht die Menge an Nährstoffen, die sie benötigen. Ein paar einfache, aber wirksame Ideen können dazu beitragen, dass Menschen mit einer Demenz gern und ausreichend essen.

Gemeinsame Mahlzeiten – sei es in der Familie oder im Pflegeheim – sind für Menschen mit einer Demenz besonders wichtig: Sie bedeuten Geselligkeit, geben dem Tag eine feste Struktur und ermöglichen dem Kranken ein Stück Genuss. „Auf der anderen Seite kann essen für Demenzkranke mit Frustration verbunden sein, weil der Appetit fehlt oder das Zurechtschneiden der Speisen nicht mehr gelingt“, so Professor Giso Deussen, Vorsitzender der Deutschen Seniorenliga. „In der Folge nehmen die Betroffenen kaum etwas zu sich und entwickeln Symptome einer Mangelernährung.“

So kann essen wieder zum Genuss werden

Menschen mit beginnender Demenz versorgen sich oft noch selbst. Diese Selbstständigkeit sollte so lange wie möglich erhalten werden. Gleichwohl muss die Familie darauf achten, ob der Angehörige mit dem Einkauf zurechtkommt, ausgewogene Nahrungsmittel zu Hause hat und die Mahlzeiten auch tatsächlich zubereiten kann. Andernfalls bietet es sich an, einen Menü-Bringdienst zu beauftragen. Leidet der Betroffene an Appetitlosigkeit, müssen die Ursachen möglichst beseitigt werden. So gehören chronische Schmerzen ebenso in ärztliche Behandlung wie Zahnprobleme, Sodbrennen oder Verstopfung. Ist mangelnder Appetit die Begleiterscheinung eines Medikaments, kann der Hausarzt möglicherweise Abhilfe schaffen, indem er ein wirkungsgleiches Medikament ohne diese Nebenwirkung verschreibt. Darüber hinaus helfen ein paar praktische Maßnahmen, den Appetit anzuregen, etwa ein täglicher Spaziergang, ein ansprechend und übersichtlich gedeckter Tisch sowie appetitlich angerichtete, gut erkennbare Speisen. Schließlich gibt es Alzheimermedikamente, die neben Gedächtnis, Alltagskompetenz und Aufmerksamkeit auch den Appetit verbessern. Wenn Demenzkranke mit dem Besteck nicht mehr zurechtkommen, ist Fingerfood eine einfache und hilfreiche Alternative, beispielsweise mundgerecht geschnittene Obstspalten, Sandwichhäppchen, Cocktailtomaten oder Hackbällchen. Fingerfood ermöglicht den Kranken, selbstständig zu essen und bewahrt ihre Würde – anders als wenn Angehörige oder Pflegepersonal das Essen am Tisch klein schneiden oder die Patienten füttern müssen. Wichtig ist es, persönliche Vorlieben zu berücksichtigen: Am liebsten essen Menschen mit einer Demenz Gerichte, die sie aus ihrer Jugend kennen. Unruhige Patienten kann man zum Essen ermuntern, indem man kleine Speisen für zwischendurch im Haus bereitstellt, etwa im Flur oder auf dem Couchtisch.

Broschüre: Alzheimer erkennen - Deutsche Seniorenliga
DSL-Broschüre: Alzheimer erkennen

Alzheimer erkennen

Meist beginnt es mit kleinen Erinnerungslücken. Später verlieren die Betroffenen Zeitgefühl und Orientierung. Im Endstadium sind sie oft völlig hilflos: Etwa eine Million Deutsche leidet an der Alzheimer-Krankheit. In 20 bis 30 Jahren wird sich nach offiziellen Schätzungen diese Zahl beinahe verdoppelt haben.

Auch wenn eine Heilung der Alzheimer-Krankheit nach dem heutigen Stand der Medizin nicht möglich ist, bedeutet dies nicht, dass man dem geistigen Abbau tatenlos zuschauen sollte. Je früher die Alzheimer-Krankheit erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Chance, den Krankheitsprozess zu verlangsamen und die Alltagskompetenz der Betroffenen möglichst lange zu erhalten. Doch leider wird in Deutschland nur ein Bruchteil der Alzheimer-Patienten adäquat behandelt. Dabei stehen heute wirksame Arzneimittel und effektive Therapien zur Verfügung, die einerseits einen Zugewinn an Zeit und Lebensqualität für den Patienten bedeuten und andererseits eine Erleichterung der Pflege darstellen.

Neben den behandelnden Ärzten sind vor allem Angehörige gefordert, erste Anzeichen der Alzheimer-Demenz frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit dem Betroffenen ärztlichen Rat einzuholen. Mit der Broschüre „Alzheimer erkennen“ und unserer Website wollen wir Angehörigen und Betroffenen helfen, Warnsymptome einer Alzheimer-Erkrankung richtig zu deuten und bei Verdacht auf Alzheimer entsprechende Schritte einzuleiten.

Nähere Informationen über typische Merkmale der Alzheimererkrankung bietet die Broschüre „Alzheimer erkennen“, angeboten von der Deutschen Seniorenliga. Die Broschüre ist kostenlos und kann postalisch, im Internet oder telefonisch bestellt werden.

Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstrasse 32 in 53123 Bonn.
Download im Internet: www.dsl-alzheimer.de
Bestell-Hotline: 01805 – 001 905
(0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend)