Essen Wie das online-Portal „Der Westen“ berichtet, sammeln Rentner/Frührentner lieber Flaschen, bevor sie von Hartz IV leben müssen. Ein trauriger Bericht von Claudia Popieszny.

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„Das Geld liegt auf der Straße“, so schreibt es die Autorin. Viele Menschen beginnen aus dem was sie auf der Straße finden, Geld zu machen. Aus Not, aus Verzweiflung – aus Scham oder Stolz eben nicht „vom Amt“ leben zu wollen.

So geht es hier um Peter H. aus Essen, Frührentner mit 62 Jahren. Er schämt sich dafür, dass er Flaschen sammeln muss. Seiner Frau und ihm soll man die Armut nicht anmerken. So sucht er bei Wind und Wetter nach Pfandflaschen – bevorzugt aus Plastik, wegen dem Gewicht halt. An guten Tagen findet er mehr, als an den wettermäßig trüberen. Im Sommer, wenn viele Menschen sich im Park oder Freibad treffen, können dan auch mal bis zu 700€ zusammen kommen. An seiner Ausstattung erkennt man – er sammelt nicht nur ab und zu, Peter H. ist „Profi“.

Leere Tüten am Mann, volle Tüten am Fahrradlenker – ein Bild das viele von uns kennen. Peter H. bezeichnet es als Vorteil, dass die Menschen schnell wegschauen – so kann er sich seine Anonymität bewahren. Keiner würde ihn 2 Tage später wieder erkennen. Jeder von uns schaut kurz hin – umso schneller aber wieder weg.

Wohngeld oder gar ergäntende Harzt IV bzw. ALG II Leistungen möchte er nicht beantragen. Seine Frau und er wollen aber auch versorgt sein. So hat er einen Weg für sich gefunden, „über die Runden“ zu kommen.

Dennoch ist Peter H. nicht alleine auf Tour. Unter den Flaschensammlern scheinen die Reviere abgesteckt. Lukrative Orte, wie beispielsweise der Baldeneysee, sind beliebt. Viele Besucher werfen ihre Flaschen einfach weg. Da muss man nur zugreifen.

Wenn Peter H. von seiner Tour kommt, kann er gleich seine „Fundstücke“ in Bares umwandeln. In fast allen Supermärkten stehen heute Pfandautomaten. Der Rest geht zum Getränkehändler.

Quelle: Der Westen