Staat fördert seniorengerechten Umbau

Broschüre - Gut leben, wo ich zu Hause bin
Broschüre „Gut leben, wo ich zu Hause bin“

Bonn, 15. September 2010 (DSL) – Der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum in Deutschland steigt. Immer mehr ältere Menschen leiden an Gehbehinderungen oder anderen Mobilitätseinschränkungen und möchten trotzdem in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Marktexperten gehen deshalb davon aus, dass allein bis 2020 mindestens weitere 800.000 Wohnungen altersgerecht angepasst oder neu errichtet werden müssen. Aber der notwendige Umbau kostet Geld. Rechtzeitige Vorsorge sei daher das A und O, meint Schwäbisch Hall-Experte Marcus Weismantel. „Wohneigentümer sollten frühzeitig Geld auf die Seite legen und sich mit einem Bausparvertrag die aktuell günstigen Kreditzinsen und die Bausparförderung sichern“, sagt Weismantel.

Seit Anfang Mai unterstützt auch die KfW-Förderbank altersgerechte Umbaumaßnahmen mit einem Zuschuss. Antragsberechtigt sind private Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen, aber auch Mieter. Bedingung ist, dass der Antragsteller mindestens 6.000 Euro investiert. Der Zuschuss beträgt fünf Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal 2.500 Euro pro Wohneinheit. Die KfW fördert barrierefreie Zugänge zu Gebäuden und Wohnungen ebenso wie notwendige Umbaumaßnahmen im Haus. Neben der Überbrückung von Stufen und dem Abbau von Schwellen zählen hierzu auch die altersgerechte Modernisierung von Küche und Bad.

Da das Angebot an altersgerechten Wohngebäuden und Wohnquartieren nicht ausreichend schnell wächst, wird für viele Ältere der Umzug in ein Heim erforderlich sein. Doch das ist von der überwiegenden Mehrheit der älteren Menschen nicht gewollt. „Der Verbleib in den eigenen vier Wänden ist für das psychische Wohlergehen älterer Menschen von eminenter Wichtigkeit und fördert darüber hinaus die Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbsthilfe. Hierdurch kann ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben mit gewohnter Lebensqualität bis ins hohe Alter sichergestellt werden“, meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. „Deshalb sollte man schon frühzeitig bei allen Umbaumaßnahmen auch an altersgerechte Verbesserungen denken. Wohnungen, die barrierearm sind, werden zudem an Wert gewinnen“, so Hackler.

Die Zuschüsse können im Internet unter www.kfw.de/altersgerecht-umbauen-zuschuss beantragt werden. Wie man Wohnungen und Häuser komfortabel und vor allem bedarfsgerecht gestaltet, verrät die kostenlose Broschüre „Gut leben, wo ich zu Hause bin“. Neben Tipps zur Planung und Finanzierung widmet sich die 24-seitige Broschüre einzelnen Bereichen des Wohnens. Sie stellt einfache, aber effektive Maßnahmen vor, wie man Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer so verändert, dass der Alltag auch im Alter praktisch und bequem bewältigt werden kann.
Telefonische Bestellung unter 0791/46 4902. Postalisch: DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Im Internet unter www.deutsche-seniorenliga.de oder www.schwaebisch-hall.de/gut-leben.

Beitrag eingestellt von Detlef Klemme, Fachbuchautor und Chefredakteur im BLiCKpunkt Medienverbund
Detlef Klemme, Chefredakteur
im BLiCKpunkt Medienverbund

Hintergrund:

In Deutschland gibt es momentan lediglich 250.000 Wohnungen, die den Maßstäben altersgerechten Wohnens genügen. Und das, obwohl durch den demografischen Wandel der Bedarf groß ist und ständig steigt.

Für den barrierefreien Umbau stehen zinsverbilligte Darlehen aus dem im April 2009 gestarteten KfW-Förderprogramm 155 „Altersgerecht Umbauen“ bereit. Dieses Programm hat die KfW-Bank am 1.5.2010 ergänzt durch das Programm 455. Danach besteht die Möglichkeit, auch Zuschüsse für den altersgerechten Wohnungsumbau zu erhalten.

Das ältere KfW-Förderprogramm 155 „Altersgerecht Umbauen“ wurde zum 1.7.2010 dahingehend ergänzt, dass mit ihm auch der Erwerb von altersgerecht sanierten Wohngebäuden gefördert werden kann. Dafür kann man ein zinsgünstiges Darlehen in Höhe von bis zu 50.000 Euro erhalten.

Beide Fördermöglichkeiten gleichzeitig kann man freilich nicht in Anspruch nehmen. Man muss sich also entscheiden: Entweder Kredit oder Zuschuss. Nicht gefördert werden bereits begonnene oder abgeschlossene Vorhaben, Ferien- und Wochenendhäuser oder gewerblich genutzte Flächen.

Quelle: Deutsche Seniorenliga e.V.