Ist es nur ein harmloser Leberfleck, eine kleine Warze oder doch schwarzer Hautkrebs? 18 typische Hautveränderungen können auch Laien relativ einfach identifizieren berichter der “Focus” in seiner heutigen Online-Ausgabe. Ein Bericht von Monika Preuk.

Fußballtrainer Christoph Daum ist ein typischer Fall: Ein paar merkwürdige Hautveränderungen waren ihm schon aufgefallen. Einem Arzt zeigte er sie aber erst, als er ohnehin wegen seines Sohnes in die Praxis musste. Der Mediziner reagierte prompt: Nach der Diagnose „Hautkrebs“ musste der derzeit stellenlose Coach unters Messer. Die Entdeckung kam wohl früh genug und die Erkrankung ist nach der OP ausgestanden, wie Christoph Daum in einer TV-Talkrunde sagte. Der 57-Jährige appellierte dabei dringend an alle Zuschauer, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Oft wird der Arzt dabei Entwarnung geben, weil ein Leberfleck harmlos ist, ein Hautknubbel von einem alten Insektenstich herrührt oder Hautverfärbungen unbedenklich sind. Schließlich bedeutet nicht jede Veränderung der Haut gleich Krebs.

Zu den häufigsten Hautveränderungen gehören Muttermale, Warzen, Neurodermitis, Schuppenflechte, Herpes, Hautborreliose und Krebs. „Vor allem Hautkrebs nimmt zu, sowohl der weiße, als auch der schwarze“, berichtet Dermato-Onkologe Rüdiger Hein, vom Klinikum rechts der Isar der TU München. Ursache sind das Schönheitsideal gebräunte Haut und das veränderte Freizeitverhalten mit Sonnenurlaub und Solarium im Winter, häufigem Sonnen und Sporteln im Sommer. So bekommen immer mehr Menschen Melanome, darunter auch viel junge.

Weißer Hautkrebs, zu dem mehrere Untergruppen zählen, ist dagegen auch altersabhängig. Die demografische Entwicklung mit der größeren Zahl von Senioren erklärt, dass weißer Hautkrebs zunimmt. Er tritt vor allem an sonnenexponierten Stellen auf – den Schläfen, den Lippen oder der oberen Ohrmuschel. Allerdings ist er weniger gefährlich als das Melanom, weil er nur sehr selten Metastasen bildet. Insgesamt erkranken in Deutschland rund 120 000 Menschen pro Jahr an verschiedenen Arten von Hautkrebs, etwa 15 000 an Melanomen, mehr als 100 000 an weißem Hautkrebs. Hautkrebs ist mittlerweile die häufigste Krebserkrankung, vor Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen.

Ab 35 zur Hautkrebsvorsorge

Zum Arzt sollte man am besten immer dann gehen, wenn sich die Haut plötzlich verändert. „Immer, wenn etwas neu ist und man es sich nicht erklären kann“, bringt es der Experte auf einen Nenner. Als Alarmzeichen gelten darüber hinaus die in der ABCD-Regel festgehaltenen Symptome: Asymmetrie des Fleckes, unscharfe Begrenzung, Colour (wechselnde Farbe innerhalb des Males) und Durchmesser (mehr als fünf Millimeter).

Zum regelmäßigen Hautscreening sollte bereits ab 20 Jahren jeder gehen, der mehr als 50 Muttermale hat. Aus diesen meist erblichen Veränderungen kann sich Hautkrebs bilden. Alle anderen sollten sich ab 35 Jahren einmal pro Jahr vom Hautarzt checken lassen. Seit ein paar Jahren übernehmen alle Kassen die Kosten dafür. Weil andere Krebsarten, beispielsweise Brustkrebs, mit Melanomen assoziiert sein können, ist es sinnvoll, dass jeder, in dessen Familie bereits Krebs aufgetreten ist, ebenfalls das Hautscreening nutzt, rät Rüdiger Hein.

Quelle: Focus

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